Am 22. August sticht das südkoreanische Frachtschiff PanStar Acro in See, um über die Arktis nach Europa zu gelangen. Wie Reuters und Yonhap berichten, nimmt das Schiff den Nördlichen Seeweg – ein Novum für einen südkoreanischen Frachter auf dieser Strecke.
Den Medien zufolge verläuft die Route entlang der Küste Kamtschatkas nordwärts, durch die Beringsee und weiter in den Nördlichen Seeweg. Anschließend werden die Häfen Felixstowe in Großbritannien, Rotterdam in den Niederlanden sowie Danzig in Polen angesteuert. Die gesamte Fahrt soll laut Reuters zwischen 40 und 45 Tagen in Anspruch nehmen.
Südkoreas Präsident Lee Jae-myung hat die arktische Schifffahrt zur nationalen Priorität erklärt, wie die Nachrichtenagentur meldet. In Seoul setzt man darauf, dass Busan sich dadurch zu einem zentralen maritimen Drehkreuz entwickelt und die Arktis bis 2030 zu einer festen Handelsroute wird. Nach Angaben südkoreanischer Behörden verkürzt diese Route die Reisedauer um etwa 35 Prozent.
Allerdings könnte dieser Vorstoß die Beziehungen zu westlichen Verbündeten trüben, die Russland wegen des Ukraine-Konflikts isolieren möchten. Südkorea habe sich im Vorfeld mit der russischen Seite abgestimmt, unter anderem über mögliche Hilfsmaßnahmen für das Schiff, etwa falls es im Eis feststecken sollte.
Das norwegische Centre for High North Logistics verzeichnete im vergangenen Jahr 88 Schiffe, die insgesamt 103 Reisen durch die Arktis unternahmen. Der Großteil des Verkehrs entfiel auf Russland und China.
Der Nördliche Seeweg stellt die kürzeste Wasserroute zwischen dem europäischen Teil Russlands und dem Fernen Osten dar. Er führt vollständig durch den Arktischen Ozean und einen Teil des Pazifiks innerhalb der russischen Hoheitsgewässer.
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