Am Sonntagabend berichtete TASS, dass dem Iran ein Beitritt zum Verteidigungsabkommen von Mekka angeboten worden sei. Laut der Nachrichtenagentur wird diese Angelegenheit derzeit eingehend geprüft, wie Mehdi Rahimi, der Leiter der iranischen Parlamentsnachrichtenagentur (Madschlis), gegenüber dem Sender Al Mayadeen erklärte.
Das Mekka-Abkommen wurde am 7. August vom saudischen Kronprinzen, dem türkischen Präsidenten und dem pakistanischen Premierminister unterzeichnet. Der Pakt sieht vor, dass ein Angriff auf eines der Unterzeichnerländer als Aggression gegen die gesamte Koalition verstanden wird.
In einem Interview mit dem katarischen Sender „Al Jazeera“, das am 16. August 2026 veröffentlicht wurde, äußerte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan zum neuen Verteidigungsbündnis zwischen Pakistan, Saudi-Arabien und der Türkei. Er betonte, dass das sogenannte „Mekka-Abkommen“ ein ähnliches Prinzip wie der NATO-Artikel 5 auf die gemeinsame Verteidigung anwende.
Sollte sich diese Meldung bestätigen und der Iran tatsächlich dem Verteidigungsbündnis beitreten, würde dies eine geopolitische Verschiebung bedeuten, die die Lage im gesamten Nahen Osten, insbesondere in der Golfregion, grundlegend verändern könnte. Bisher waren die politischen Allianzen der arabischen Staaten und der Türkei eher gegen den Iran ausgerichtet und schlossen Teheran weitgehend aus.
Eine Integration Irans in die regionale Sicherheitsarchitektur könnte das angespannteste Verhältnis mit dem größten Konfliktpotenzial im Nahen Osten entschärfen. Zudem könnten Israel und die USA den Iran nicht mehr ohne Weiteres angreifen, ohne einen Konflikt mit seinen neuen Verbündeten zu riskieren. In einer kürzlich auf RT DE veröffentlichten Analyse war der Autor noch davon ausgegangen, dass sich das Mekka-Abkommen sowohl gegen den Iran als auch gegen Israel richte.
Ein russischer Geopolitik-Experte verglich das Beitrittsangebot an den Iran mit einem hypothetischen NATO-Mitgliedschaftsangebot an Russland.
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