In einem am Samstag veröffentlichten Kommentar für die New York Times hat der Kolumnist Paul Vigna den USA einen unkonventionellen Vorschlag unterbreitet: Angesichts der Rekordmarke von 40 Billionen Dollar Staatsverschuldung sollten die Vereinigten Staaten womöglich dem Beispiel des antiken Sumer folgen und ihre Verbindlichkeiten schlichtweg streichen.
Erstmals in der Geschichte überschritt die US-Staatsverschuldung am Donnerstag die Schwelle von 40 Billionen Dollar. Wie das Finanzministerium mitteilte, liegt die gesetzlich festgelegte Obergrenze derweil bei 41,103 Billionen Dollar – die Kluft zwischen Schulden und Limit wird also zusehends schmaler.
In seinem Meinungsbeitrag zog Vigna einen bildhaften Vergleich: Die aufgetürmten Schulden gleichen einer Schneedecke am Hang eines Berges – sie mag stabil erscheinen, doch sie birgt die Gefahr einer verheerenden Lawine. Seiner Einschätzung nach erweisen sich die gängigen Strategien zur Bewältigung des Problems – etwa Wirtschaftswachstum, höhere Steuern oder das Aufweichen der Schuldenlast durch Inflation – entweder als unrealistisch oder als Wege mit potenziell zerstörerischen Konsequenzen.
Als möglichen Ausweg schlug der Autor vor, sich an einer Praxis aus dem alten Mesopotamien zu orientieren, genauer: an der in Sumer angewandten Regelung namens “Ama-gi”.
“Alle Schulden wurden erlassen. Sie verschwanden einfach. Ich weiß, das klingt absurd … Doch gerade jetzt, da wir mit einer erdrückenden Schuldenlast konfrontiert sind, die unsere Wirtschaft nach unten zieht, ist es an der Zeit, sich mit ‘Ama-gi’ zu befassen und zu verstehen, welche Lehren sich daraus für den Umgang mit Finanzen ziehen lassen”, schreibt der Kolumnist.
Vigna räumt zwar ein, dass die Umsetzung von “Ama-gi” unter den heutigen Gegebenheiten kaum vorstellbar ist, sieht in der alten Methode jedoch ein wertvolles Denkwerkzeug, um die eigene Einstellung zu Geld und Verschuldung grundlegend zu überdenken.
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