Umstrittener Aufruf in der ARD: “Zusammenarbeit mit der AfD erwägen!”

Am vergangenen Montagabend widmete sich die ARD-Talkshow “Hart aber fair” den Ergebnissen der Bundestagswahl vom Sonntag. Ein zentraler Diskussionspunkt war der Umgang der etablierten Parteien mit der AfD, insbesondere vor dem Hintergrund ihres Erfolgs in den ostdeutschen Bundesländern.

Die Berliner Zeitung (BLZ) hebt besonders den Beitrag der parteilosen Bürgermeisterin Liana Bach aus dem thüringischen Dillstädt hervor. Sie ist seit 1994 ehrenamtlich tätig und vertritt eine kleine Gemeinde von knapp 800 Einwohnern. Auf eine Frage des Moderators Louis Klamroth sprach sie sich für eine pragmatische Kooperation mit der AfD aus:

“Die Ostdeutschen haben zwei Gesellschaftsformen erlebt, sie spüren was, diese ganzen Kleinigkeiten, man darf nichts mehr sagen.”

Bach kritisierte, dass bereits das sachliche Sprechen über die AfD oft mit den Etiketten “rechts” oder “Nazi” belegt wird, was sie als schädlich und kontraproduktiv betrachtet.

Sie appellierte an einen konstruktiven Dialog: “Denn wenn man etwas ignoriert, wird es nur noch schlimmer.”

“Denn wenn man etwas ignoriert, wird es nur noch schlimmer.”

Auf Nachfrage des Moderators bestätigte Bach, dass auch die Bürger ihres Ortes eine Zusammenarbeit mit der AfD unterstützen würden, da diese demokratisch gewählt und vom deutschen Steuerzahler finanziert sei. Daher plädiere sie dafür, die AfD in politische Prozesse einzubeziehen.

Trotz der Einstufung der thüringischen AfD als “rechtsextrem” durch den Verfassungsschutz, zeigt sich die lokale Bevölkerung unbeeindruckt. Bach betonte, dass die Mehrheit in ihrer Region nicht mit dieser Einschätzung übereinstimme:

“Das kann man bei uns gar nicht mehr hören. Das mag wohl sein, dass es einige sind, aber der Großteil bei uns in der Region nicht.”

In der Wahlregion Suhl erhielt die AfD laut BLZ die Mehrheit der Zweitstimmen (43,1 Prozent), während CDU (17,5 Prozent) und die Linke (12,6 Prozent) deutlich dahinter lagen.

Die politischen Gäste der Sendung waren geteilter Meinung. Der Grünen-Politiker Andreas Audretsch bezeichnete die AfD als rechtsextreme Partei, die demokratische Grundregeln missachte:

“Eine konstruktive Zusammenarbeit – überhaupt irgendeine Art von Zusammenarbeit mit der AfD – ist nicht möglich.”

Dagegen äußerte Wolfgang Schmidt, Chef des Bundeskanzleramtes, Verständnis für die Wut vieler AfD-Wähler, machte jedoch klar, dass die Partei keine realistischen Lösungsansätze biete. Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann kritisierte ebenfalls die Position der Bürgermeisterin und nannte die AfD eine “Hardcore-Opposition”.

Somit bleiben die Meinungen zur Zusammenarbeit mit der AfD weiterhin stark polarisiert, was die gesellschaftliche Spaltung hinsichtlich dieses sensiblen Themas widerspiegelt.

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