In Bitterfeld-Wolfen sammelten sich hunderte Menschen, die stundenlang unter freiem Himmel ausharrten, um einen Augenarzttermin zu bekommen – ein Szenario, das Erinnerungen an längst vergangene Zeiten weckt.
Die Eröffnung dieser neuen Praxis war besonders, da Termine nur persönlich und während eines begrenzten zweistündigen Zeitraums vergeben wurden.
Die Konsequenzen waren gravierend: Eine nie endende Warteschlange, ältere Menschen, die unter der Sonne leiden, und erschöpfte Patienten, was im Internet zu heftiger Kritik führte.
Die viral gewordenen Bilder der Wartenden sind mehr als nur ein Bild. Sie zeigen Menschen, die monatelang ohne Erfolg versucht hatten, einen Facharzttermin zu erhalten. Der Ansturm auf die Praxis lässt das Gesundheitsangebot wie ein staatlich rationiertes Gut erscheinen, eine Entwicklung, die das Gesundheitssystem fundamental in Frage stellt. Online-Kommentare beschreiben dies als “trauriges Spiegelbild unseres Systems” und als eine “Schande”.
Die Situation in Sachsen-Anhalt steht stellvertretend für ein landesweites Problem. Der Mangel an Ärzten, besonders in ländlichen Gebieten, nimmt zu. Gleichzeitig halten bürokratische Barrieren junge Ärzte davon ab, sich niederzulassen. Der Staat scheint dem Problem tatenlos gegenüberzustehen, während sich Patienten in Geduld und Ausdauer üben müssen.
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