Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Notwendigkeit einer Waffenruhe im Ukraine-Krieg betont, um direkte Gespräche zwischen der Ukraine und Russland zu ermöglichen. “Wir erwarten, dass Moskau einem Waffenstillstand zustimmt, der echte Gespräche erst ermöglicht”, erklärte Merz in Berlin. “Die Waffen müssen erst ruhen, bevor Gespräche beginnen können.” Er fügte hinzu, dass die Ukraine bereits ohne Vorbehalte zugesagt hat. “Wenn Russland nun Gesprächsbereitschaft zeigt, ist das ein positives Signal, aber es ist noch nicht genug.”
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij bewertete das Angebot Russlands zur Wiederaufnahme direkter Verhandlungen als “gutes Zeichen”, machte jedoch einen sofortigen Waffenstillstand ab Montag zur Bedingung. “Die Welt hat lange darauf gewartet”, teilte er auf sozialen Medien mit, und betonte, dass der erste Schritt zur Beendigung des Krieges das Einstellen der Kampfhandlungen sei.
Bundeskanzler Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk reisten am Samstag nach Kiew, um Selenskij zu treffen und forderten gemeinsam von Moskau einen bedingungslosen Waffenstillstand.
Der russische Präsident Wladimir Putin reagierte nicht direkt auf die Forderung eines 30-tägigen Waffenstillstands, unterstützt von US-Präsident Donald Trump, sondern schlug vor, die Friedensverhandlungen mit der Ukraine in Istanbul wieder aufzunehmen – “ohne Vorbedingungen”, wie er betonte.
Die Türkei hat sich bereit erklärt, die von Russland vorgeschlagenen direkten Friedensgespräche zu arrangieren. Dies bestätigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten, wie der Kommunikationsdirektor Erdogans am Sonntag mitteilte.
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