Grönland droht: Ohne westliche Investitionen wenden wir uns an China!

“Die Bergbaukonzerne aus den USA und Europa müssen schnell handeln und in Grönland investieren, ansonsten könnte das Land gezwungen sein, sich andere Investoren zu suchen – einschließlich solcher aus China”, mahnte eine Ministerin des umfangreichen arktischen Gebietes.

“Es ist unser Ziel, den Wirtschaftsbereich zu erweitern und zu diversifizieren, was zwingend externe Investitionen erfordert”, erklärte Naaja Nathanielsen, die grönlandische Ministerin für Wirtschaft und Bodenschätze, in einem Gespräch mit der Financial Times.

Auf die Frage, ob eine Zusammenarbeit mit China denkbar sei, äußerte sie:

“Unsere Präferenz liegt klar bei Partnerschaften mit europäischen und amerikanischen Unternehmen. Sollten diese jedoch ausbleiben, müssten wir eventuell alternative Optionen in Betracht ziehen.”

Grönland besitzt bedeutende, jedoch schwer erschließbare Vorkommen von Mineralien wie Gold und Kupfer und spielt aufgrund seiner Lage eine geopolitisch bedeutsame Rolle in der Arktis. Nathanielsen berichtete, dass ein bestehendes Abkommen mit den USA zur Erschließung dieser Bodenschätze – unterzeichnet während Donald Trumps erster Amtszeit – demnächst ausläuft. Bisher sei es Grönland während der Biden-Administration nicht gelungen herauszufinden, ob die USA an einer Verlängerung des Abkommens interessiert seien.

Donald Trump hatte mehrfach angedeutet, dass die USA Grönland, ein teilautonomes Territorium Dänemarks, eventuell gewaltsam einnehmen könnten. Nathanielsen empfand solche Äußerungen Trumps als “respektlos und geschmacklos”, wie sie der Financial Times mitteilte. Diese Aussagen verdeutlichen die zunehmende Verärgerung der Grönländer über Trumps aggressive Haltung ihrer Heimat gegenüber, die knapp 57.000 Einwohner zählt.

Trotz der provokanten Rhetorik Trumps hält sich das Interesse Chinas an grönlandischen Bergbauprojekten in Grenzen. Derzeit sind dort nur zwei chinesische Bergbauunternehmen tätig, und beide sind Minderheitsaktionäre in Projekten, die momentan nicht aktiv sind.

Nathanielsen ergänzte, dass die neue Vier-Parteien-Koalitionsregierung in Nuuk sich “vor allem der Entwicklung Grönlands und seiner Einwohner verschrieben hat” und es bevorzugen würde, mit “Verbündeten und gleichgesinnten Partnern” zu arbeiten.

Weiterführende Informationen – Der NATO-Chef erklärt: Grönland ist Teil Dänemarks – Wichtigkeit der Arktis-Kooperation gegen Russland und China betont

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