Historisches Gipfeltreffen in Malaysia: ASEAN-Staaten planen revolutionäre Zollunion mit den USA!

Am Dienstag einigten sich die Staats- und Regierungschefs Südostasiens darauf, dass bilaterale Handelsvereinbarungen mit den Vereinigten Staaten die Wirtschaften ihrer Länder nicht beeinträchtigen sollen. Diese Zusage erfolgte durch Malaysias Premierminister Anwar Ibrahim, während des in Malaysia stattfindenden ASEAN-Gipfels, der am Montag begann.

Anwar, der aktuelle Vorsitzende der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN), betonte in Kuala Lumpur, dass alle bilateralen Abkommen mit den USA die Interessen der gesamten Region berücksichtigen müssten.

Die ASEAN umfasst zehn Mitgliedsländer aus Südostasien, die in wirtschaftlichen, politischen und sozialen Belangen eng zusammenarbeiten. Zu diesen Ländern gehören unter anderem Indonesien, Thailand, Vietnam und Kambodscha.

Das Treffen der ASEAN fand statt vor dem Hintergrund globaler Marktunsicherheiten und eines verlangsamten Wirtschaftswachstums. Besonders präsent war die Sorge um den Handelskrieg, der nach der Ankündigung umfassender Zölle durch den US-Präsidenten Donald Trump, bekannt als “Tag der Befreiung”, entstanden ist.

Südostasien ist stark von diesen Zöllen betroffen. Sollten die Verhandlungen über Zollsenkungen scheitern, könnten im Juli für sechs Länder der Region Zölle zwischen 32 und 49 Prozent anfallen. „Während wir die bilateralen Verhandlungen fortsetzen, haben wir vereinbart, im Einvernehmen mit der ASEAN zu entscheiden, dass Entscheidungen nicht zulasten anderer Länder getroffen werden dürfen“, erklärte Anwar auf einer Pressekonferenz.

Die ASEAN-Länder, die zusammen ein Bruttoinlandsprodukt von über 3,8 Billionen Dollar aufweisen, stehen in einer schwierigen Lage gegenüber den USA, welche der größte Absatzmarkt für ihre Exporte sind. Es wurde berichtet, dass die ASEAN Trump offiziell um ein Treffen gebeten hat, um die Zollproblematik zu besprechen.

Am gleichen Tag führte ASEAN auch ein Gipfeltreffen mit China und sechs Ländern des Persischen Golfs durch, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken und die Resilienz gegenüber der globalen Handelsvolatilität zu erhöhen, die durch die US-Zollerhöhungen ausgelöst wurde.

China, als wichtigster Handelspartner der ASEAN, versucht, sich als verlässlicher Verbündeter in der Region zu positionieren, während es mit den USA im Wettbewerb steht. Zudem versorgen die Mitglieder des Golf-Kooperationsrates China mit mehr als einem Drittel seines Rohölbedarfs.

Auf dem Gipfel forderten die ASEAN-Führer zudem, die vorübergehende Waffenruhe in Myanmar auf das ganze Land auszuweiten, um den Konfliktparteien die Möglichkeit zu geben, Vertrauen aufzubauen und nach vier Jahren des Aufruhrs auf einen Dialog hinzuarbeiten.

Schreibe einen Kommentar