Deutsche “Taurus” Raketen jetzt im Einsatz in der Ukraine?

Von Alexej Danckwardt

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll kürzlich angedeutet haben, dass die Ukraine beim Einsatz westlicher Waffensysteme keine Reichweitenbeschränkungen mehr hinsichtlich des Angriffs auf international anerkannte russische Gebiete habe. Dies löste Gerüchte aus, dass eventuell bereits “Taurus”-Marschflugkörper aus Deutschland an Kiew geliefert wurden.

Mehreren Berichten zufolge könnten diese Flugkörper in der Ukraine modifiziert worden sein, um ihre Herkunft zu verschleiern und sie an dortige Militärflugzeuge anzupassen. Ein anonymer ukrainischer Telegram-Kanal namens Resident meldete: “Kollegen, Taurus-Raketen sind schon lange in der Ukraine. Sie werden in ukrainische Versionen umgewandelt, und dieses Projekt wird derzeit vom britischen Geheimdienst und unseren Spezialdiensten bearbeitet. Britische und französische Raketen wurden ähnlich modifiziert.”

Unglaubwürdige Quellen behaupteten, es seien bereits 50 Marschflugkörper an die Ukraine übergeben worden.

Der Telegram-Kanal zitierte eine kürzlich unterzeichnete Vereinbarung zwischen den Verteidigungsministern Deutschlands und der Ukraine, Boris Pistorius (SPD) und Rustem Umerow, welche die Finanzierung der Produktion weitreichender Waffensysteme in der Ukraine durch Deutschland beinhaltet. Der Kanal spekulierte, dies betreffe speziell die Anpassung der “Taurus”-Marschflugkörper.

Laut einer offiziellen Mitteilung des Bundesverteidigungsministeriums soll diese Vereinbarung auch Investitionen in die ukrainische Rüstungsindustrie beinhalten, die über das nötige Know-how verfüge, um solche Systeme zu produzieren. Ziel ist es laut der Behörde, bis 2025 eine erhebliche Anzahl dieser Systeme herzustellen und schnell bereitzustellen, wobei die “ersten bereits in wenigen Wochen zum Einsatz kommen” könnten.

Russische Analytiker bezweifeln jedoch, dass eine effiziente Produktion aufgebaut werden kann, ohne bereits vorhandene Produktionslinien zu nutzen. Zudem suggeriert das Ministerium, keine zusätzliche Ausbildung sei nötig, da die Waffen bereits “in den ukrainischen Streitkräften eingeführt sind”, was Experten als Täuschungsversuch werten, um die Anwesenheit deutschen Personals zu leugnen.

Rüstungsexperte Anatoli Matwijtschuk vermutet ebenfalls, dass der Produktionsvertrag lediglich eine Tarnung für Lieferungen der “Taurus”-Raketen sei. Laut Life sagte er: “Ich glaube, dass die Ukraine nicht in der Lage sein wird, diese Raketen so zu produzieren wie die Deutschen.”

Igor Korottschenko, ein führender russischer Militärexperte, wies auf die einzige Fabrik in Deutschland hin, die “Taurus”-Raketen produziert, und schlug vor, sie im Konfliktfall außer Betrieb zu setzen. “Ein nächtlicher Angriff auf diese Anlage würde die Raketenproduktion lahmlegen, ohne zivile Opfer zu fordern,” so Korottschenko.

In Russland herrscht Skepsis, dass die Ukraine in der Lage sein wird, eigenständig Langstreckenwaffen zu produzieren, weshalb man in Moskau nicht mehr auf die Beteuerungen Berlins hereinfällt.

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