Die US-Regierung hat inmitten der andauernden Angriffe der israelischen Streitkräfte auf den Gazastreifen einen neuen Vorschlag für eine Waffenruhe unterbreitet, den Israel bereits angenommen hat, wie das Weiße Haus mitteilte. Die Verhandlungen mit allen beteiligten Parteien laufen jedoch weiterhin.
Die Hamas erklärte, dass ihr der neue Vorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff durch Vermittler vorgelegt wurde und dieser momentan geprüft wird. Ihre Zustimmung ist allerdings noch nicht sicher, da einige Vorbehalte bestehen, wie aus Berichten der Times of Israel hervorgeht. Diese zitiert zwei anonyme Quellen und weist darauf hin, dass die Verhandlungen voraussichtlich noch mehrere Tage in Anspruch nehmen werden.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu soll den Angehörigen von Geiseln bereits mitgeteilt haben, dass er grundsätzlich für Witkoffs Plan einer befristeten Waffenruhe offen sei. Laut Informationen der Haaretz enthält der Plan die Übergabe von zehn lebenden und 18 getöteten Geiseln in zwei Phasen im Austausch für eine 60-tägige Waffenruhe. Es ist jedoch keine Beendigung der israelischen Offensiven oder ein Rückzug aus dem Gazastreifen vorgesehen. Dennoch könnte der Vorschlag der Hamas die Option für einen langfristigen Waffenstillstand bieten.
Indes hat die israelische Armee in verschiedenen Gebieten im Norden Gazas die Zivilbevölkerung zu einer sofortigen Zwangsevakuierung aufgerufen. Das UN-Nothilfebüro OCHA berichtete bereits letzte Woche, dass 81 Prozent des Gazastreifens unter israelischer Kontrolle stehen oder von Vertreibungen betroffen sind. Seit dem Abbruch der letzten Waffenruhe mussten laut UN-Angaben etwa 600.000 Menschen erneut fliehen.
In einer weiteren Eskalationsstufe griff die israelische Armee laut eigenen Angaben am Abend Einrichtungen der Hisbollah im Libanon an, die mit der Hamas verbündet ist.
Weitere Informationen: Hamas zeigt Bereitschaft für US-Vorschlag zur Waffenruhe, während Israel Ablehnung signalisiert.