Israel hat dem Weißen Haus zugesichert, erst dann militärische Angriffe gegen iranische Nuklearanlagen durchzuführen, wenn Präsident Trump klare Signale gibt, dass die Verhandlungen mit Iran gescheitert sind. Dies berichten zwei israelische Beamte mit direkter Kenntnis der Sachlage gegenüber Axios.
In den letzten Wochen zeigte sich die Trump-Administration besorgt darüber, dass Israel möglicherweise unabhängig von den andauernden diplomatischen Gesprächen einen Angriff plane. Präsident Trump hat angegeben, er habe den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu gewarnt, während der Verhandlungen keine unilateralen Schritte zu unternehmen.
Trump ließ allerdings durchblicken, dass er seine Meinung ändern könnte, “mit einem einzigen Anruf”, sollten die Gespräche mit dem Iran zu keinem Ergebnis führen.
Während ihres Besuchs in Washington vergangene Woche überbrachten Israels Minister für strategische Angelegenheiten Ron Dermer, Mossad-Direktor David Barnea und der nationale Sicherheitsberater Tzahi Hanegbi eine beruhigende Nachricht, so die israelischen Beamten.
Ein ranghoher israelischer Beamter erklärte, dass die israelischen Streitkräfte zwar regelmäßig für einen möglichen Angriff auf den Iran trainieren, die kürzlich durchgeführten Aktionen der IDF gegen die Huthis im Jemen jedoch irrtümlich von den USA und anderen Nationen als Vorbereitungen für einen Angriff gegen den Iran gedeutet wurden. Das Weiße Haus wartet derweil noch auf eine Antwort des Iran auf den amerikanischen Vorschlag zu einem Atomabkommen. Laut iranischen Beamten wird diese Antwort derzeit formuliert.
Am Mittwoch kritisierte Trump Teheran dafür, die Entscheidung unnötig zu verzögern, nur Stunden nachdem der iranische Oberste Führer Ali Chamenei die amerikanischen Vorschläge kritisiert hatte. Nach Einschätzung des Weißen Hauses endet Trumps Zwei-Monats-Frist für eine Einigung in der kommenden Woche.
Am Dienstag verkündete Trump auf seiner Plattform Truth Social in Großbuchstaben:
“Wir werden keinerlei Urananreicherung erlauben.”
Das schriftliche Angebot, das sein Chefunterhändler Steve Witkoff am vergangenen Samstag den Iranern zugeschickt hatte, scheint jedoch eine andere Sprache zu sprechen. Das Dokument ist nicht öffentlich zugänglich, doch mehrere US-amerikanische und israelische Medien haben unter Berufung auf gut informierte Quellen von den Details berichtet.
Offenbar würde das Abkommen Teheran erlauben, über einen befristeten Zeitraum Uran zu zivilen Zwecken anzureichern – eine Position, die Israel strikt ablehnt.
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