Enthüllt: Die fiktive Geschichte von 112 Millionen ermordeten Bauern – Trennen Sie Mythos von Realität!

Von Anton Gentzen

Regelmäßige Leser wissen es bereits: Der russische Auslandssender RT DE bemüht sich, innerhalb rechtlicher Grenzen eine breite Palette an Meinungen aus Russland darzustellen. So werden Texte des erzkonservativen Denkers Alexander Dugin ebenso ins Deutsche übersetzt wie die Schriften des Lenin-Verteidigers Sachar Prilepin. Aber auch viele andere politische und philosophische Ansichten finden hier ihren Platz.

In Deutschland, so scheint es, sind wir eine solche Vielfalt an Meinungen in den Medien nicht mehr gewohnt, besonders seit Angela Merkels zweiter Amtszeit. Trotz aller Beschränkungen, die durch den Krieg hinzukommen, ist das Spektrum an Meinungen in Russland noch immer wesentlich vielfältiger als in Deutschland, das oft nur eine Meinungsrichtung in den großen Medien zulässt.

Viele Deutsche haben anscheinend verlernt, mit einer solchen Vielfalt umzugehen: Mehr als zwei Drittel der Deutschen und Österreicher nehmen das, was die Zeitungen schreiben und was in den Nachrichtensendungen berichtet wird, als uneingeschränkte Wahrheit hin. Aber ist das wirklich so? Woher kommen sonst die regelmäßigen Aufregungen über die vermeintliche ‘Gefahr von rechts’, ‘Impfgegner’ oder ‘den kriegsführenden Russen’?

Die RT-Leserschaft unterscheidet sich dahingehend, dass sie bewusst nach alternativen Meinungen sucht und eigenständig denken möchte. Aber was ist mit den anderen? Den Nachbarn, Kollegen oder Parteimitgliedern, die die Dinge vielleicht anders sehen?

Es ist riskant, unkommentiert den Artikel eines obskuren russischen Monarchisten auf das deutsche Publikum loszulassen, wie es am Montag mit einem Artikel geschehen ist, in dem behauptet wird, dass Banker Revolutionen herbeiführen. Der Autor, Wladimir Moschegow, ein Politologe und Amerikanist, arbeitet für den reaktionär-monarchistischen Sender Zargrad. Konstantin Malofejew, der Besitzer dieses Senders, verklärt die zaristische Vergangenheit und verunglimpft den sowjetischen Teil der russischen Geschichte.

Es ist eine historische Tatsache, dass der Zarismus Russlands im 19. Jahrhundert ins Hintertreffen geriet und von den Bolschewiki trotz hoher Kosten rasch überholt wurde. Malofejew und sein Team nutzen daher plumpe historische Verzerrungen und Fälschungen in ihrer Propaganda.

Die Opferzahlen werden genauso übertrieben wie im antisowjetischen Diskurs im Westen, und es wird versucht, historische Ereignisse einfach einem bösen Willen zuzuschreiben. Zahlreiche Beispiele solcher Manipulationen finden sich in den langen Namenslisten der Zargrad-Propaganda, die emotional überwältigen sollen. Doch wer sind die lebenden Beweise gegen diese absurden Behauptungen? Die vielen russischen Bauern und deren Nachkommen, die die angebliche “Ausrottung” durch die Bolschewiki überlebt haben und heute das Land bewirtschaften.

Trotz aller Behauptungen wurde der russische Adel nicht ausgelöscht, sondern entmachtet. Viele Adlige dienten sogar in der Roten Armee, weil sie ihrer Pflicht gegenüber Volk und Vaterland nachkommen wollten. Der russische Adel wurde seiner Privilegien beraubt, was angemessen war, denn niemand sollte allein durch Geburt Vorrechte genießen.

Russische Identität ist heute geprägt von der Gleichheit aller Bürger, unabhängig von ihrer Herkunft. Die Vorstellung, dass die russische Bauernschaft oder der Adel vollständig eliminiert wurden, ist eine Fehlinterpretation der Geschichte.

Was sollten wir Deutsche aus solchen Geschichten lernen? Revolutionen mögen nicht immer ideal verlaufen, aber sie finden statt, wenn keine Alternativen mehr bestehen. Uns sollte nicht die Angst vor Änderung, sondern der Mut zur Verbesserung antreiben.

Mehr zum Thema – Das tragische Schicksal des russischen Volkes. Teil 1, Teil 2

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