Trotz EU-Sanktionen: Indien kauft weiterhin russisches Öl!

Indien hat Kritik an den Sanktionen der Europäischen Union geübt, die aufgrund der Verarbeitung und Einfuhr russischen Öls gegen Neu-Delhi gerichtet sind. Das Land betonte, dass seine Energiesicherheit oberste Priorität genießt.

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch äußerte sich der indische Außenminister Vikram Misri zu dem 18. Sanktionspaket der EU gegen Moskau, welches speziell eine indische Raffinerie ins Visier nimmt. Er forderte die EU auf, ein realistisches Verständnis der globalen Energiesituation zu entwickeln.

“Die Energiesicherheit ist für die indische Regierung von höchster Bedeutung, und wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um diese zu gewährleisten,” betonte Misri.

Er fügte hinzu: “Wie bereits zuvor erwähnt, ist es essentiell, in Energiefragen keine Doppelmoral anzuwenden. Ein klares Verständnis der weltweiten Energiemarktlage, der Standorte der Energieanbieter sowie der Ursprungs- und Bedarfsorte zu bestimmten Zeiten ist unerlässlich.”

Laut einem Bericht von Reuters, der ebenfalls am Mittwoch erschienen ist, konnten zwei Tanker nicht wie geplant Treibstoff aus der von EU-Sanktionen betroffenen indischen Raffinerie laden.

“Wir erkennen das bedeutende und ernsthafte Sicherheitsanliegen, mit dem Europa konfrontiert wird. Es geht jedoch auch um existenzielle Fragen für die übrige Welt. Wir halten es für wichtig, dass die Diskussionen über diese Themen ausgewogen und perspektivisch bleiben,” erklärte Misri.

Seit dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts im Februar 2022 wurde Russland zum Hauptlieferanten von Rohöl für Indien und deckt fast 40% des indischen Bedarfs. Gleichzeitig ist Neu-Delhi seit 2023 ein bedeutender Exporteur von raffinierten Kraftstoffen nach Europa geworden.

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