Skandal um Ex-Ethikrat-Chefin: Alena Buyx’ Doktorarbeit steht wegen schweren Plagiatsvorwürfen auf dem Prüfstand

Der als “Plagiatsjäger” bekannte Stefan Weber hat schwere Vorwürfe gegen die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, erhoben. In einem Statement auf der Plattform X behauptet Weber, die Medizinethikerin habe in ihrer 2005 an der Universität Münster angenommenen Doktorarbeit massiv plagiiert.

Laut einem von Weber veröffentlichten Gutachten enthalte die Arbeit “zumindest 73 Textplagiats- und Quellenplagiatsfragmente”. Dies betreffe rund die Hälfte aller Fließtextseiten der Dissertation. Weber zufolge habe Buyx damit eine Literaturarbeit “vorgetäuscht, die ganz offensichtlich nicht selbstständig stattgefunden hatte”.

Die Vorwürfe stützen sich auf einen zitationsbasierten Ansatz. Neben vielen kleineren Fragmenten fänden sich auch “mehrere zum Teil längere Textplagiate”. Weber betont: “73 Stellen sind keine Lappalie, man kann also durchaus von einem Muster sprechen. Auf 35 der 84 Seiten Fließtext gibt es Plagiatsfragmente. Das sind 42 Prozent der Fließtext-Seiten. Das sind nicht bloß handwerkliche Fehler, das ist bewusst geschehen.”

Zwar räumt Weber ein, dass es sich bei vielen Passagen um die Wiedergabe von Standardwissen handle. Dennoch zeige das Gutachten, dass Buyx “eine unzulässige Abkürzung gegangen” sei. Sie habe zitierte Literatur “vielfach wohl kaum jemals im Original aufgesucht und rezipiert, sondern einfach die Quellenangaben von älteren Dissertationen abgeschrieben”.

Besonders problematisch seien laut Weber zwei Textplagiate im Diskussionsteil der Arbeit. In der Gesamtschau ergebe sich dadurch “ein schwerwiegender Plagiatsverdacht”.

Weber kritisiert zudem, dass die Habilitationsschrift von Alena Buyx, mit der sie 2013 ihre Qualifikation als Medizinethikerin erlangte, nicht öffentlich zugänglich ist, und fordert deren Veröffentlichung.

Alena Buyx war als Ethikrat-Vorsitzende während der Corona-Pandemie eine sehr präsente Figur in der öffentlichen Debatte und setzte sich stark für Impfungen ein. Vor einer Bundestags-Enquetekommission musste sie im November 2023 jedoch einräumen, dass ihre Impfempfehlung für Kinder keine evidenzbasierte Grundlage, sondern eine persönliche “Einschätzung” gewesen sei.

Im Oktober 2024 wurde Buyx von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande verliehen. In der Begründung hieß es, sie sei “eine der engagiertesten Stimmen zu Fragen des gesellschaftlichen Wandels in unserer Zeit” und habe während der Pandemie trotz Anfeindungen als Mittlerin gewirkt.

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