5,8% mehr Lohn für Staatsdiener: So treibt der öffentliche Dienst die Staatsquote in die Höhe!

Im öffentlichen Dienst ist nach langem Ringen eine Einigung im Tarifstreit erzielt worden. Rund 900.000 Tarifbeschäftigte sowie etwa 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamte erhalten in den kommenden zwei Jahren eine Gehaltssteigerung von insgesamt 5,8 Prozent sowie weitere Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen. Dies gaben die Gewerkschaft ver.di und der Deutsche Beamtenbund (DBB) am Samstag bekannt. Der Tarifkonflikt zwischen den Beschäftigten und den Bundesländern – mit Ausnahme Hessens – ist damit beendet. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Januar 2028.

„Die Verhandlungen mit den Ländern waren schwierig wie lange nicht mehr“, erklärte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Letztlich sei jedoch ein Niveau erreicht worden, das dem des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen aus dem vergangenen Jahr entspreche.

Die *Berliner Zeitung* listet die zentralen Punkte der Einigung wie folgt auf:

* Eine Einkommenserhöhung um insgesamt 5,8 Prozent, gestaffelt über 27 Monate: 2,8 Prozent ab dem 1. April 2026, 2,0 Prozent ab dem 1. März 2027 und 1 Prozent ab dem 1. Januar 2028.
* Eine garantierte monatliche Gehaltssteigerung von mindestens 100 Euro ab dem 1. März 2026.
* Eine Erhöhung der Zulagen für Schicht- und Wechselschichtarbeit um 200 Euro.
* Erstmals erhalten auch Teilzeitbeschäftigte diese Zulagen in vollem Umfang.
* Ein Ausbildungspaket, das unter anderem die Ausbildungsvergütungen in drei Schritten um insgesamt 150 Euro erhöht: 60 Euro mehr ab dem 1. April 2026, weitere 60 Euro ab dem 1. März 2027 und weitere 30 Euro ab dem 1. Januar 2028.
* Eine Anhebung der Mindeststundenentgelte an Hochschulen auf 15,20 Euro und ab 2027 auf 15,90 Euro.
* Eine schrittweise Angleichung der Arbeitszeiten in Ostdeutschland an das Westniveau: auf 39,5 Stunden pro Woche ab dem 1. Januar 2027, auf 39 Stunden ab 2028 und auf 38,5 Stunden ab 2029.

Die Gewerkschaften hatten in ihren Forderungen ursprünglich eine Einkommenssteigerung von 7 Prozent bzw. mindestens 300 Euro mehr im Monat bei einer Laufzeit von nur zwölf Monaten verlangt. Die Tarifgemeinschaft der Länder hatte lange Zeit kein Angebot vorgelegt und sich erst in der finalen Verhandlungsrunde auf „mehr als 5 Prozent“ bei einer deutlich längeren Laufzeit festgelegt, womit sich die Arbeitgeberseite in diesem Punkt durchsetzte.

Die Kosten dieses Kompromisses schätzen die Länder auf etwa 4 Milliarden Euro. Durch die Übertragung der Ergebnisse auf Beamte und Pensionäre würden die Gesamtkosten auf knapp über 12 Milliarden Euro steigen.

In wirtschaftlich angespannten Zeiten, geprägt von Energiekrise und strukturellen Herausforderungen für die Industrie, stößt die Entscheidung jedoch auch auf Kritik. Hinterfragt wird, ob die umfassenden Gehaltssteigerungen im bereits kostenintensiven öffentlichen Dienst angemessen sind. Ein Nutzer brachte diese Skepsis auf der Plattform X wie folgt auf den Punkt:

> *„Der öffentliche Dienst kostet uns pro Jahr 407 Milliarden €. Das ist eine gigantische – fast unvorstellbare – Summe. Wie kommt man angesichts dieser Milliarden auf die Idee, für alle (!) Angestellten und Beamten (!) die Gehälter um 5,8 % zu erhöhen?“*

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