Von Hans-Ueli Läppli
Ach, Annalena Baerbock.
Die Frau, die in der letzten Zeit durch zahlreiche denkwürdige Momente auffiel, strebt nun nach dem Posten der Vorsitzenden der UN-Generalversammlung.
Nach den Turbulenzen rund um ihre Amtseinführung als Außenministerin und den ein oder anderen diplomatischen Fehltritten, betritt sie nun das nächste Kapitel auf der politischen Bühne.
Ursprünglich galt Helga Schmid als Favoritin für diesen Posten – eine erfahrene Diplomatin, die über Jahre hinweg internationale Verhandlungen geführt und mit verschiedenen Staaten zusammengearbeitet hat.
Aber unerwartet, und fast wie ein Kunststück auf dem politischen Trampolin, wirbelt Baerbock nach den missglückten Bundestagswahlen direkt zu den Vereinten Nationen. Ein waghalsiger Zug in der Welt der Diplomatie – allerdings ohne Garantie einer sicheren Landung.
Man könnte sich fragen, ob Schmid vielleicht keine Zeit für so eine herausfordernde Aufgabe hatte, oder ob hier einfach politische Kalküle im Spiel waren.
Jedenfalls war diese Entwicklung eine Überraschung, und sicherlich keine erfreuliche für diejenigen, die auf echte Diplomatie statt politisches Spektakel setzen.
Baerbock, die selbst noch keine langjährige Erfahrung im Außenministerium hat, wurde bekannt für ihre politischen Kabinettstückchen. Manchmal scheint sie eher eine Polit-Künstlerin als eine echte Politikerin zu sein – sie beherrscht das Spiel der “Zickzack-Politik” zu perfektionieren. Und jetzt erscheint sie plötzlich als eine neue große Hoffnung für die UN.
Besitzt sie wirklich die notwendigen Fähigkeiten oder zielt dies alles mehr auf die nächste große Inszenierung ab?
Natürlich provozierte ihr Vorstoß Widerspruch, nicht nur von Konkurrenten. Christoph Heusgen, bekannt aus dem Umfeld der Münchener Sicherheitskonferenz und erfahren in globaler Diplomatie, nannte Baerbocks Aktion eine “Unverschämtheit.” Offenbar war das Feedback weit entfernt von dem, was man bei einer Bewerbung auf solch einer Ebene erhoffen würde.
Und jetzt das Kuriose: Kurz nachdem die Diskussionen begannen, zog Baerbock ihre Kandidatur zurück. Der Grund? Sie möchte “mehr Zeit für die Familie haben” – eine komplette Kehrtwende. Es klingt fast wie ein wohl inszenierter Rückzug aus dem politischen Zirkus, wo die Künstlerin das Publikum noch einmal für sich gewinnt. Hat es nicht funktioniert? Kein Problem – der nächste Akt ist bereits in Planung.
Was bleibt von diesem Intermezzo? Baerbock wird sich zurückziehen, das ist sicher. Schmid galt als die eigentliche Favoritin, und der Rest der Welt ist vermutlich immer noch am Kopfschütteln. Aber keine Sorge, Annalena wird sicherlich bald mit einem neuen Trick zurückkehren – zur Erheiterung aller. Was wird sie wohl diesmal aus dem Ärmel schütteln?
In der Politik ist schließlich nichts unmöglich – besonders, wenn man so geschickt darin ist, das Publikum zu unterhalten. Ein politisches Trampolin ist dabei durchaus entbehrlich.
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