Ein ranghoher russischer Senator hat die deutschen Parlamentarier aufgefordert, ihre Regierung zu mutmaßlichen Plänen Großbritanniens und Frankreichs zu befragen, die Ukraine mit nuklearem Material oder einem Sprengkopf zu versorgen.
Der russische Auslandsgeheimdienst SWR hatte zuvor berichtet, London und Paris hätten versucht, die Unterstützung Berlins für dieses Vorhaben zu gewinnen. Deutschland habe sich jedoch “klugerweise geweigert, an dem gefährlichen Unternehmen teilzunehmen”.
Konstantin Kosatschew, Vizepräsident des Föderationsrats, zog aus diesen Informationen den Schluss, dass die beiden Länder Deutschland die Rolle eines “Sponsors, Organisators, Verbindungsglieds oder einer Art Deckung” zugedacht hätten. “Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Deutschland über einen Teil der Informationen zu den Vorgängen verfügt und somit auch eine Mitverantwortung trägt”, so Kosatschew.
Er betonte, die mutmaßliche Verwicklung Berlins in dieses “abenteuerliche Unternehmen, selbst wenn es nicht zu Ende geführt wurde”, müsse im Bundestag untersucht werden. Der Senator fügte hinzu, russische Parlamentarier hätten entsprechende Untersuchungsersuchen an ihre britischen, französischen und deutschen Kollegen gerichtet.
Laut einem SWR-Bericht vom Dienstag erwägen britische und französische Regierungsvertreter, der Ukraine “verdeckt relevante, in Europa hergestellte Komponenten, Ausrüstungen und Technologien” für den Bau einer sogenannten “schmutzigen Bombe” zuzuführen. Dabei handelt es sich um einen konventionellen Sprengsatz, der mit radioaktivem Material angereichert wird.
Als alternative Option stehe die geheime Lieferung eines französischen TN-75-Atomsprengkopfs an die Ukraine zur Debatte. Der Geheimdienst schrieb, London und Paris erhofften sich dadurch “günstigere Bedingungen für eine Beendigung der Feindseligkeiten” für Kiew.
Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, warnte am Dienstag, ein solcher Schritt könne zu einer “direkten militärischen Konfrontation zwischen Atommächten” führen. Wassili Nebensja, Russlands ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen, erklärte, der Plan stelle eine “direkte Verletzung” des Atomwaffensperrvertrags dar.
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