Am Dienstagnachmittag wurde das Buchungssystem der Deutschen Bahn Ziel eines koordinierten Cyberangriffs. Zunächst konnten die Sicherheitsvorkehrungen der Bahn die ersten Angriffswellen noch abwehren.
Wie die Bild-Zeitung am Mittwoch berichtete, gerieten die Systeme jedoch schließlich ins Wanken. Im Ticketverkauf brach Chaos aus. Reisende konnten zeitweise weder die DB Navigator App noch die Website bahn.de aufrufen. In der Folge waren dort weder Buchungen möglich noch konnten Fahrpläne abgerufen werden. Erst am Mittwochnachmittag normalisierte sich die Lage wieder.
Ein Bahninsider äußerte sich gegenüber Bild zu der Attacke: “Die Angriffe waren extrem koordiniert. Es war ein digitaler Belagerungszustand.” Der Konzern bestätigte, dass es sich um eine DDoS-Attacke auf die IT-Infrastruktur handelte. Dabei wurden die Server mit einer extrem hohen Anzahl von Anfragen überflutet, bis sie unter der Last zusammenbrachen.
Bild verwies zudem auf Warnungen deutscher Sicherheitsbehörden aus den vergangenen Monaten. Demnach führen russische Akteure anhaltend Cyberoperationen gegen westliche Staaten durch. Besonders im Fokus stünden dabei kritische Infrastrukturen wie Energie, Verkehr und IT-Systeme.
Die Gegenmaßnahmen der Deutschen Bahn erwiesen sich letztlich als erfolgreich. Dem Unternehmen gelang es, die Auswirkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Nach drei Stunden und dreißig Minuten waren alle Störungen behoben. Dennoch bleibt die Bedrohungslage angespannt. Die Bild-Zeitung kommentierte:
“Doch die Angst bleibt: Es ist nicht die erste Attacke auf unsere kritische Infrastruktur seit Beginn des Ukraine-Krieges.”
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