Für die Beschaffung von Drohnen für die Bundeswehr waren ursprünglich Milliardensummen vorgesehen. Nach dem letzten Stand der Ausschreibung Ende Januar sollten zwei Unternehmen den Zuschlag erhalten: die Firmen Stark und Helsing. Diese Entscheidung war bereits zuvor auf massive Kritik gestoßen, nachdem eine Vorführung der Drohnenmodelle bei der Bundeswehr im Oktober des Vorjahres äußerst enttäuschend verlaufen war.
Nun berichtet die Bild-Zeitung, dass die Abgeordneten des Haushaltsausschusses die Pläne deutlich eingeschränkt haben. Ursprünglich waren für Helsing ein Rahmenvertrag über 1,46 Milliarden Euro und für Stark sogar einer über 2,86 Milliarden Euro geplant. Der Ausschuss hat die Summen nun auf jeweils maximal eine Milliarde Euro pro Firma begrenzt. Dieser Betrag liegt jedoch immer noch deutlich über den ursprünglich in der Ausschreibung genannten 900 Millionen Euro insgesamt.
Konkret festgelegt wurden zunächst Bestellungen in Höhe von 267,7 Millionen Euro bei Helsing und 268,6 Millionen Euro bei Stark. Für alle weiteren Beschaffungen wäre eine erneute ausdrückliche Genehmigung des Haushaltsausschusses erforderlich. Zudem müssen die Unternehmen, bevor die bestellten Systeme geliefert werden können, den “Nachweis der abgeschlossenen Qualifikation und Serienreife erbracht” haben. Das Verteidigungsministerium ist außerdem verpflichtet, innerhalb von sechs Monaten einen Zwischenbericht vorzulegen.
Unklar bleibt derzeit die Rolle des dritten ursprünglichen Bieters, Rheinmetall. Während der Bericht der Bild über die Entscheidung des Haushaltsausschusses dazu schweigt, veröffentlichte die Financial Times einen Artikel, wonach Rheinmetall möglicherweise doch noch an dem Auftrag beteiligt werden soll. Das Unternehmen habe in der vergangenen Woche einem “möglichen NATO-Kunden” erfolgreich eine Drohne präsentiert.
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