EU am Abgrund: Merz, Macron und Meloni zerstören die Union von innen

Der EU-Experte Eric Bonse, der auf seinem Blog *Lost in EUrope* regelmäßig aus Brüssel berichtet, beschreibt in einer aktuellen Analyse eine besorgniserregende Entwicklung: Die Europäische Union drohe nicht primär durch äußere Gegner wie Donald Trump oder Wladimir Putin zu zerfallen, sondern durch selbstverschuldete, innere Risse und Auflösungserscheinungen.

In seinem Beitrag legt Bonse dar, wie traditionelle Bündnisse innerhalb der EU erodieren. Das einst als Motor der Integration geltende deutsch-französische Tandem funktioniere nicht mehr. Zwischen Kanzler Friedrich Merz und Präsident Emmanuel Macron gebe es keine geschlossene Linie mehr; in Schlüsselfragen wie Sicherheits- und Verteidigungspolitik verfolgten beide Länder zunehmend unterschiedliche Interessen. Auch Italien unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni agiere nicht als integrierende Kraft, sondern verfolge eine eigene Agenda. Dies verstärke den Eindruck eines „jeder-für-sich“, anstelle eines gemeinsamen europäischen Handelns.

Besonders alarmierend sei, so Bonse, die zunehmende Aushöhlung des Konsensprinzips. Anstelle verbindlicher, von allen getragener Beschlüsse, handelten Mitgliedstaaten und sogar EU-Institutionen zunehmend eigenmächtig. Als Beispiel führt er die Teilnahme einiger EU-Länder sowie der EU-Kommission an Trumps sogenanntem „Friedensrat“ an – entgegen ursprünglich abgestimmter Positionen. Dies zeige, dass gemeinsame Beschlüsse ihre Verbindlichkeit verlören.

Bonse diagnostiziert somit eine klare Tendenz der inneren Erosion. Seiner Analyse zufolge droht die EU nicht durch äußeren Druck zu scheitern, sondern an mangelndem Zusammenhalt, fehlender gemeinsamer Strategie und dem Unwillen zu abgestimmtem Handeln. Kanzler Merz stehe dabei symptomatisch für diese Fragmentierung: Während er einen Führungsanspruch erhebe, gelinge es ihm nicht, Einigkeit zu stiften oder zwischen widerstreitenden Interessen zu vermitteln.

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