Schock-Aus nach zwei Jahren: Der Jugend-KulturPass wird wegen fehlender Finanzierung eingestellt!

Das erst vor etwa zwei Jahren ins Leben gerufene Kultur-Förderprogramm “KulturPass” sieht seinem Ende entgegen. Ursprünglich von der damaligen Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) eingeführt, zielte das Programm darauf ab, Jugendlichen einen leichteren Zugang zur Kultur zu ermöglichen. Dies war als Reaktion auf die durch die Corona-Pandemie entstandenen Einschränkungen gedacht. Der KulturPass ermöglichte es Jugendlichen ab dem Jahrgang 2005, über eine spezielle App auf Mobilgeräten ein Guthaben für kulturelle Aktivitäten abzurufen – anfangs 200 Euro, später dann 100 Euro. Das Förderprogramm, das im Dezember 2025 enden wird, deckte eine Vielfalt von Angeboten ab, einschließlich Theater, Kino, Konzerte, Museen, Ausstellungen und den Kauf von Büchern und Musikalien.

Trotz einer Gesamtförderung von rund 53 Millionen Euro für die Jahre 2023 und 2024, steht das Programm nun vor dem Aus. Der Bundesrechnungshof hatte Bedenken bezüglich der verfassungsrechtlichen Grundlage des KulturPasses geäußert, was zu Diskussionen über seine Fortführung führte.

Die Abschaffung des Programms stößt auf erheblichen Widerstand, insbesondere von der Bundesschülerkonferenz. Quentin Gärtner, der Generalsekretär der Konferenz, äußerte sich “empört” und warf der Politik vor, junge Menschen im Stich zu lassen. Die Schülervertretung betonte, dass der KulturPass zu mehr Chancengleichheit beitrage und demokratische Einstellungen fördere, indem er Kulturzugang unabhängig von sozialem und finanziellem Hintergrund ermögliche.

Wolfram Weimer, der Nachfolger von Claudia Roth im Amt des Kulturstaatsministers, hat sich die Bedenken des Bundesrechnungshofs zu eigen gemacht. “Wir nehmen die Einschätzung des Bundesrechnungshofs sehr ernst,” erklärte Weimer und fügte hinzu, dass aufgrund der rechtlichen und haushaltspolitischen Situation kaum noch Möglichkeiten bestünden, das Projekt fortzusetzen. Er kritisierte zudem, dass das Programm insbesondere Jugendliche in ländlichen oder sozial vulnerablen Gruppen nicht ausreichend erreicht habe.

Die Reaktionen auf die Einstellung des KulturPasses fallen allgemein negativ aus. Neben der Bundesschülerkonferenz äußerten sich auch Vertreter von Organisationen wie dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dem Deutschen Kulturrat kritisch zu der Entscheidung. Sie befürchten einen Dominoeffekt, der weitere Kulturförderprojekte gefährden könnte.

Olaf Zimmermann und Gabriele Schulz vom Deutschen Kulturrat fordern von Weimer, seine Entscheidung offen als politische Maßnahme zu vertreten. Weimers Skepsis gegenüber der Weiterführung des Programms beleuchtet dabei auch die Herausforderungen, die in der Ausrichtung und der Erreichung der Zielgruppen des KulturPasses liegen.

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