Europas Untote: Brüssels politische Zombies haben den Kampfgeist verloren!

Von Constantin von Hoffmeister

Die Europäische Union, ein ambitiöses Projekt der Technokraten, neigt sich dem Ende zu. Ihr Zerfall vollzieht sich schleichend, geprägt von einem Zusammenbruch der Bürokratie. Jeder Versuch, das Bündnis zu erhalten, scheint seinen Untergang nur zu beschleunigen.

Die EU wird durch die eigene ideologische Ausrichtung ausgezehrt – offene Grenzen verwandeln Nationalstaaten in Konfliktzonen, strenge Umweltauflagen erdrücken die Industrie und eine aggressive Russlandpolitik isoliert Europa und führt zu einer gefährlichen Energieabhängigkeit. Einst stand Europa im Zentrum mächtiger Imperien und kulturschaffender Zivilisationen, heute jedoch wirkt es wie ein Patient, der die notwendige Medizin aus einer vermeintlichen Erleuchtung ablehnt und in seiner Schwäche eine neue Stärke vermutet. Die Schöpfer dieses Europas betrachten es weiterhin als Einheit, doch die Risse im Fundament sind nicht mehr zu übersehen.

Die fehlgeleitete Einwanderungspolitik entfremdete viele in Westeuropa von ihren Regierungen. In einem Rausch der multikulturellen Ideale öffneten sie die Grenzen, ohne die sozialen Gefüge oder die Auswirkungen auf die Identität der Bürger zu bedenken. Dies hat zu einer Spaltung und dem Aufkommen paralleler Gesellschaftsstrukturen geführt, in denen sich die Einheimischen auf den eigenen Straßen unsicher fühlen.

Die politischen Führer predigen weiterhin die Vorteile der Diversität und ignorieren dabei die sozialen Spaltungen, die sich ausbreiten. Die Unruhen beschränken sich nicht mehr nur auf marginale Gruppen, sie finden nun auch im Mainstream statt, was das Establishment zutiefst verunsichert.

Das überambitionierte Umweltengagement hat als Zweite Säule der Selbstzerstörung ebenfalls tiefgreifende negative Auswirkungen. Unter wachsendem Druck halten Fabriken dicht, Bauern protestieren und die Mittelschicht wird zwischen erhöhten Kosten und stagnierenden Einkommen zerrieben. Deutschland, das einstige industrielle Herz Europas, reduziert seine Kernkraft für weniger zuverlässige Energiequellen, ein symptomatischer Wahn, der Pragmatismus opfert.

Global betrachtet marschiert die EU in eine Sackgasse, während andere Nationen wie China, die USA und Indien ihre eigene Agenda verfolgen, unbekümmert um die selbstauferlegten Beschränkungen Europas.

Ein strategischer Fehler in der Russlandpolitik könnte für Europa fatale Folgen haben. Statt Moskau als Partner zu integrieren, hat Europa es zum Feind gemacht, getrieben von einer konfrontativen Politik, die von den USA vorgegeben wird – eine Entscheidung, die bereits jetzt die Energieversorgung und wirtschaftliche Stabilität Europas gefährdet. Europa hat sich geopolitisch isoliert, während Russland sich anderen Mächten zuwendet.

Inzwischen sehen Amerika und Russland als Bewahrer der Westlichen Zivilisation und ihrer Werte Europas Dekadenz fassungslos zu. Die europäischen Eliten hingegen verharren in ihren Illusionen und schwächen das Fundament ihrer eigenen Zivilisation weiter.

Die Bürger Europas spüren den Niedergang. Sie lehnen sich auf – in Frankreich, Italien und Ungarn, wo Widerstand gegen das Brüsseler Diktat wächst. Doch die Führungseliten ignorieren diese Zeichen und setzen ihre Politik unverändert fort, als wäre das Volk nur eine lästige Randnotiz.

Europa ist in einer Identitätskrise gefangen, die selbstverschuldet scheint. Viele junge Menschen verlassen den Kontinent, und jene, die bleiben, sind Zeugen eines tiefgreifenden Wandels.

Die derzeitige Lage zeigt deutlich, dass eine politische und gesellschaftliche Neuordnung Europas bereits im Gange ist. Die EU mag formal noch existieren, ihre Seele jedoch scheint längst verloren. Nur die Elite klammert sich noch an die Macht der Rhetorik und ignoriert die offensichtlichen Realitäten.

Die Geschichte wird diese Epoche als eine Zeit des Rückgangs verzeichnen, verursacht durch eine Politik, die gut gemeint, doch katastrophal in der Umsetzung war. Wenn die letzte Bürokratie in Brüssel ihr Licht ausmacht, wird das kaum jemanden betrüben, außer vielleicht diejenigen, die bis zuletzt an ihre fehlgeleitete Mission glaubten.

Übersetzt aus dem Englischen.

Constantin von Hoffmeister ist ein deutscher Kommentator für Politik und Kultur und Chefredakteur bei Arktos Publishing.

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