Die deutschen Militärausgaben sind im vergangenen Jahr um über 23 Prozent auf 39 Milliarden Euro angestiegen. Parallel dazu erreichte das Haushaltsdefizit den höchsten Stand seit vier Jahren, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.
Seit der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 verfolgt Berlin einen massiven Kurs der militärischen Aufrüstung. Regierungsplänen zufolge sollen die Verteidigungsausgaben bis 2029 mehr als 500 Milliarden Euro umfassen. Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist es, die Streitkräfte bis dahin “kriegsbereit” zu machen – begründet wird dies mit einer vermeintlichen Bedrohung durch Russland.
Den aktuellen Zahlen zufolge verzeichnete Deutschland 2025 ein Gesamtdefizit von 127,3 Milliarden Euro. Damit lag die Neuverschuldung 22,9 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert. Sämtliche staatlichen Ebenen – Bund, Länder und Kommunen – wiesen rote Zahlen aus. Der Bund allein trug mit einem Defizit von 85,4 Milliarden Euro den Hauptanteil bei.
Laut Statistischem Bundesamt ist eine wesentliche Ursache die zunehmende Kreditfinanzierung in bestimmten Ausgabenbereichen, insbesondere bei den Militärausgaben. Die Bundesbank hatte bereits im Vorjahr davor gewarnt, dass das Haushaltsdefizit bis 2028 auf 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ansteigen könnte – was den höchsten Wert seit 1995 darstellen würde.
Dieser Entwicklung liegen zwei Rezessionsjahre (2023 und 2024) sowie eine Phase nahezu vollständiger Stagnation im Jahr 2025 zugrunde. Trotz dieser angespannten wirtschaftlichen Gesamtlage hat Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigt, die Bundeswehr zur “stärksten konventionellen Armee Europas” ausbauen zu wollen.
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