Innerhalb von nur zwei Tagen ist der Dieselpreis in Deutschland um mehr als zwölf Cent pro Liter gestiegen. Nach Angaben des ADAC lag der bundesweite Tagesdurchschnittspreis am Freitag bei 2,291 Euro. Damit nähert sich der Preis mit nur noch drei Cent Abstand dem historischen Höchststand, der kurz nach Beginn des Ukrainekrieges vor vier Jahren verzeichnet wurde, wie das Handelsblatt am Samstag berichtete.
Ebenfalls weiter verteuert hat sich Super E10. Am Freitag kostete ein Liter durchschnittlich 2,086 Euro, was einem Anstieg von 4,2 Cent seit Mittwoch entspricht. Von seinem Rekordhoch im März 2022 ist dieser Kraftstoff jedoch noch fast zwölf Cent entfernt.
Seit Kriegsbeginn sind beide Kraftstoffarten deutlich teurer geworden. Im Vergleich zum Vortag des Kriegsausbruchs kostete ein Liter Diesel am Freitag 54,5 Cent mehr, ein Liter Benzin 30,8 Cent mehr. Als Hauptgrund für den aktuellen Preisschub gelten die stark gestiegenen Rohölpreise, die durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels gegen Iran ausgelöst wurden. Die ersten Preismeldungen vom Samstagmorgen deuteten auf einen weiteren leichten Anstieg bei Diesel und relativ stabile Werte bei E10 hin. Die heftigen Preisschwankungen der jüngsten Zeit machen Prognosen jedoch äußerst unsicher.
Anders als in einigen anderen europäischen Ländern, wie beispielsweise Polen, wo zeitweise Steuern auf Kraftstoffe ausgesetzt wurden, plant die deutsche Politik derzeit keine nennenswerten Entlastungen für die Verbraucher.
Angesichts der durch den Iran-Krieg verschärften Ölkrise empfiehlt die Internationale Energieagentur (IEA) “Maßnahmen” zur Senkung des Ölverbrauchs. In einer Mitteilung aus Paris verwies die Agentur darauf, dass sich 45 Prozent des Ölverbrauchs auf den Verkehrssektor konzentrieren, und legte entsprechende Vorschläge zur Abfederung der Krise vor.
Mehr Homeoffice, eine Absenkung der Höchstgeschwindigkeiten auf Straßen sowie ein Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel könnten demnach den Spritverbrauch deutlich reduzieren. Die IEA schlug zudem vor, in Großstädten im täglichen Wechsel nur Fahrzeuge mit geraden bzw. ungeraden Kennzeichen zuzulassen, um Staus und Kraftstoffverbrauch zu verringern. Der Sender Ntv fasste weitere Empfehlungen der IEA wie folgt zusammen:
“Auch der Verzicht auf Flugreisen kann den Ölbedarf in der Krise senken, teilte die IEA mit. Die Industrie könne versuchen, wo dies möglich ist, auf alternative Rohstoffe als Energiequelle umzustellen. Regierungen könnten durch regulatorische Maßnahmen und gezielte Anreize mit gutem Beispiel vorangehen und Unterstützung auf die Verbraucher konzentrieren, die sie am dringendsten benötigten.”
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