Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen entscheidenden Fortschritt in Richtung der Implementierung des digitalen Euros gemacht. Laut einer Pressemitteilung vom 5. Mai hat die EZB eine Plattform zur Einbindung von Unternehmern ins Leben gerufen, die am Projekt “Digitaler Euro” teilnehmen sollen.
Europäische Unternehmer und Fachleute aus dem Finanzbereich sind aufgerufen, in Kooperation mit der EZB den digitalen Euro zu entwickeln und einzuführen. Hierzu wurde eine spezielle “Innovationsplattform” geschaffen, auf der die Funktionsweise und Sicherheit des digitalen Euros von diesen Unternehmern getestet und bewertet wird.
Etwa 70 europäische Unternehmen, darunter hauptsächlich Banken und Zahlungsdienstanbieter, wurden von der EZB ausgewählt, um die Zahlungsfunktionen des digitalen Zentralbankeuros (CBD-Euro) zu testen und innovative Einsatzmöglichkeiten zu erkunden, wie der österreichische Blog tkp berichtete.
In der EZB-Pressemitteilung wird erwähnt: “Fast 70 Marktteilnehmer – darunter Händler, Fintech-Firmen, Start-ups, Banken und andere Zahlungsdienstleister – haben sich bereiterklärt, mit der EZB zusammenzuarbeiten, um Funktionen und Anwendungsfälle für digitale Euro-Zahlungen zu erforschen. Nach einem Aufruf zur Interessenbekundung im Oktober 2024 erhielt die EZB über 100 Bewerbungen von etwa 70 Teilnehmern, die sich den beiden Arbeitsgruppen ‘Pioniere’ und ‘Visionäre’ angeschlossen haben.”
Mehr als ein Drittel der beteiligten Firmen sind aus Deutschland, darunter SAP Fioneer Solutions GmbH, Infineon Technologies AG, Euro Wallet GmbH und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband. Auch aus Österreich ist die Erste Bank Group beteiligt. Die EZB hat eine Liste aller teilnehmenden Unternehmen veröffentlicht.
Integration aller Bürger in das Euro-“Ökosystem”
Die Plattform hat ihre Tätigkeiten aufgenommen und simuliert das geplante digitale Euro-Ökosystem. Es wird nicht nur an möglichen Anwendungen für den alltäglichen Zahlungsverkehr gearbeitet, sondern auch automatisierte Transaktionen werden erforscht.
Von der EZB heißt es: “Die Pioniere werden untersuchen, wie sie die simulierten digitalen Euro-Schnittstellen in ihre Systeme einbinden können. Die EZB bietet den Teilnehmern technische Unterstützung und Spezifikationen, wie zum Beispiel eine Anwendungsprogrammierschnittstelle, an. Die Pioniere werden ihre Forschungsergebnisse in einem Bericht festhalten, den die EZB gründlich prüfen wird, um die Weiterentwicklung des digitalen Euro-Projekts zu unterstützen.”
Es wird zudem geprüft, wie Menschen ohne Zugang zu digitalen Geräten in das digitale Geldsystem einbezogen werden können, zum Beispiel durch die Möglichkeit, in Postfilialen digitale Geldbörsen zu eröffnen. Dies soll zur “digitalen finanziellen Integration” beitragen. Die Untersuchungsergebnisse der Banken und Konzerne zur Funktionalität des digitalen Euros sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.
Trotz der Gegnerschaft einiger Bürger zur digitalen finanziellen Integration scheint dies die Planer des “digitalen Ökosystems” gemäß der Pressemitteilung nicht zu beunruhigen.
Weitere Informationen – Ein Bundesbanker zum digitalen Euro: “Ein Schritt nach vorn, um unsere Währung zukunftssicher zu machen”