Inzwischen häufen sich die Vorfälle: Drei Mal wurde bereits die A281 blockiert. Diese nur etwa elf Kilometer lange Autobahnstrecke, Teil eines geplanten Rings um Bremen, dient derzeit vor allem als Zubringer zum Industriehafen.
Der jüngste Fall ereignete sich in der Nacht zum 24. Januar. Ein mutmaßlich gestohlener, schwarz lackierter Sattelauflieger wurde quer über beide Fahrspuren und den Seitenstreifen platziert. Das in der Dunkelheit kaum sichtbare Hindernis stellte nach Einschätzung der Polizei eine lebensbedrohliche Gefahr dar, weswegen nun wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt wird. Der LKW-Fahrer, der die Blockade meldete, konnte erst in letzter Sekunde zum Stehen kommen.
“Der schwarze, unbeladene Anhänger wurde nicht durch einen Unfall auf der Bahn platziert, sondern gezielt und mit mehreren Arbeitsschritten auf der Autobahn positioniert. Dafür braucht es eine PS-starke Zugmaschine, ein normales Fahrzeug reicht nicht aus”, erklärte Polizeisprecher Nils Matthiesen gegenüber Bild.
Laut einem Bericht des NDR soll in derselben Nacht ein weiterer Sattelauflieger quer aufgestellt worden sein – vermutlich ebenfalls auf der A281. Bereits am 21. Dezember hatte es einen ähnlichen Vorfall gegeben, bei dem ein gestohlener Zwölftonner die Fahrbahn blockierte.
Wer hinter den Blockaden steckt und was das Motiv ist, bleibt vorerst völlig unklar. Zwar spielt der Bremer Industriehafen auch für Rüstungslieferungen eine Rolle, doch eine Autobahnblockade erscheint als zu unspezifisches Mittel, um dagegen zu protestieren. Denkbar wäre zwar eine Aktion von Klimaaktivisten, jedoch fehlt bislang – entgegen der in solchen Kreisen üblichen Praxis – ein Bekennerschreiben.
Bremen ist im Umgang mit radikalen Klimaprotesten bisher zurückhaltend geblieben. Vor fast genau einem Jahr, am 27. Januar 2025, sprach ein Gericht eine Gruppe von “Klimaklebern” in Bremen vom Vorwurf der Nötigung frei. Die Begründung: Es habe genug Platz gegeben, um die Aktivisten zu umfahren. Sieben Personen hatten sich damals auf der Fahrbahn festgeklebt. Aufnahmen von der Aktion zeigen jedoch, dass ein Umfahren entweder durch die Aktivisten selbst oder durch die anwesende Polizei verhindert wurde.
Zur Aufklärung der wiederholten Autobahnblockaden hat die Bremer Polizei inzwischen eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Der Staatsschutz ist nach aktuellen Informationen bisher nicht eingeschaltet worden.
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