Ein Berater von Die Linke, Dara Marc Samasz, hat wegen unangebrachter Äußerungen über die tödliche Messerattacke in Brokstedt, bei der ein Vater seine Tochter verlor, schwere Kritik erlebt. Samasz, der in Köln für die Partei tätig ist, machte seine umstrittenen Kommentare während eines Live-Streams auf Twitch, in dem er eine ARD-Dokumentation mit dem Titel “Klar” kommentierte. Laut einem Bericht der Berliner Zeitung, zeigte er sich während der Schilderungen des Vaters, Michael Kyrath, spöttisch und sarkastisch.
Kyrath, der seine 17-jährige Tochter Ann-Marie in einem Regionalzug in Brokstedt durch einen Messerangriff eines Asylbewerbers verlor, brachte in der Dokumentation seinen Schmerz zum Ausdruck. Samasz wertete dessen emotionale Äußerungen ab und verglich sie mit der Propaganda des Dritten Reiches:
“Das ist ja noch viel schlimmer, als ich gedacht hätte.”
“Das ist ja Goebbels-Stürmer-Niveau.”
“Das ist ja wirklich sehr sachlich an der Stelle.”
Nach seinem Gelächter fügte er hinzu, eine sensible Herangehensweise sei bei einem solchen Thema essentiell und bemängelte, dass diese in dem Beitrag fehlte. Die Reaktionen in den sozialen Medien fielen überwiegend negativ aus. Der Psychologe Ahmad Mansour bezeichnete Samasz’ Umgang mit dem Leid des Vaters als Tiefpunkt und betonte die Bedeutung von Respekt, Mitgefühl und Demut.
Angesichts der Kritik gab Samasz zu, dass seine Reaktion gegenüber dem Vater mangelndes Einfühlungsvermögen aufzeigte. Trotz der Entschuldigung äußerte er, dass der Vater seine Emotionen instrumentalisiere, um gegen Migration Stimmung zu machen.
In der Zwischenzeit verdeutlichte Michael Kyrath in verschiedenen öffentlichen Auftritten, wie unter anderem bei Markus Lanz, seine Enttäuschung über das politische System und den Umgang mit solchen Fällen. Kyrath steht in Kontakt mit anderen Eltern, die ähnliche Schicksale erlitten haben und beklagte, dass trotz wiederkehrender Täterprofile und Tathergänge politisch nichts zu ändern scheine.
Auf die Frage, wie es möglich sei, dass Täter so schnell wieder freigelassen werden, erzählte er von einer erschütternden Konfrontation mit einem Politiker. Er habe angeboten, den Politiker zu sich nach Elmshorn einzuladen, sodass dieser seiner verstorbenen Tochter persönlich erklären könne, dass jeder eine zweite Chance verdiene.
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