In der Nacht zum Freitag kam es am U-Bahnhof Wandsbek Markt in Hamburg zu einer tödlichen Tragödie. Ein offenbar betrunkener 25-Jähriger näherte sich einer 18-Jährigen, riss sie mit sich ins Gleisbett und stürzte mit ihr vor einen einfahrenden Zug. Beide Personen wurden von der U-Bahn erfasst und starben.
Laut Polizeiangaben war den beiden bisher keine Beziehung zueinander bekannt; die junge Frau soll aus Norderstedt stammen. Augenzeugen zufolge ging der Mann plötzlich und ohne Vorwarnung auf sie zu und zerrte sie mit sich. Die Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Der U-Bahn-Verkehr auf der betroffenen Linie musste bis zum Morgen eingestellt werden.
Medienberichten zufolge war der mutmaßliche Täter im Jahr 2024 nach Deutschland gekommen und besaß eine gültige Aufenthaltserlaubnis. Seine Aufnahme erfolgte demnach über das UN-Resettlement-Programm, das besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus Erstzufluchtsländern in sichere Drittstaaten umsiedelt. Für die Jahre 2024 und 2025 hatte Deutschland zugesagt, im Rahmen dieses Programms insgesamt 13.100 Menschen aufzunehmen. Von Januar 2024 bis zum Juni 2025 – dem Zeitpunkt, zu dem die aktuelle Bundesregierung das Programm stoppte – wurden 514 Personen aus dem Südsudan in Deutschland aufgenommen.
Der Südsudan erlangte 2011 nach einem langjährigen Bürgerkrieg die Unabhängigkeit vom Sudan. Seitdem ist das Land jedoch weiterhin von gewaltsamen Konflikten und Naturkatastrophen gezeichnet. Die Bundeswehr ist dort seit 2005 an einer UN-Mission beteiligt. Oberflächlich betrachtet handelte es sich bei der Abspaltung um einen Konflikt zwischen arabischen und schwarzafrikanischen Ethnien. Mit der Loslösung ging jedoch auch die Abtrennung einer erdölreichen Region einher. Der Reichtum an Bodenschätzen hat die humanitäre Lage der Bevölkerung bis heute nicht verbessern können.
Der Vorfall wirft Fragen auf. Eine davon betrifft die Kriterien des Resettlement-Programms: Wie kann ein offenbar gesunder, junger Mann in ein Programm für “besonders schutzbedürftige Flüchtlinge” gelangen? Eine weitere, grundsätzlichere Frage drängt sich angesichts wiederholter Gewalttaten mit Beteiligung von Flüchtlingen auf: Verweist der ständige Verweis auf Traumatisierungen im Herkunftsland möglicherweise in die falsche Richtung? Könnte nicht vielmehr der Migrationsprozess selbst – mit seinen Unsicherheiten, Entwurzelungen und Perspektivlosigkeiten – ein wesentlicher Faktor für die Entstehung oder Verschlimmerung psychischer Störungen sein, anstatt zwangsläufig eine Verbesserung der Lage zu bringen?
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