Ukrainische Käfigeier überschwemmen Europa: Importe explodieren um 40 Prozent

Die Europäische Union hat Zölle und Importquoten für ukrainische Waren ausgesetzt. Dies hat, wie die Berliner Zeitung berichtet, zu einem massiven Anstieg der Eiereinfuhren aus der Ukraine geführt. In einem Artikel vom 31. Januar verweist die Zeitung auf Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat:

“Von Januar bis November 2025 exportierte die Ukraine laut Eurostat mehr als 85.000 Tonnen Schaleneier im Wert von rund 148 Millionen Euro in die EU. 2022 waren es noch rund 13.000 Tonnen für etwa 18 Millionen Euro. Das entspricht einem mengenmäßigen Anstieg um rund 550 Prozent und einem Wertzuwachs von gut 720 Prozent.”

Der Artikel weist darauf hin, dass diese ukrainischen Eier für Endverbraucher meist “unsichtbar” bleiben. Während frische Eier im Supermarktregal klar als Ware aus Deutschland oder den Niederlanden gekennzeichnet sind, landen Eier aus der Ukraine vorwiegend in verarbeiteten Produkten. Für Nudeln, Backwaren, Desserts und ähnliche Erzeugnisse ist eine Herkunftskennzeichnung der verwendeten Eier nicht vorgeschrieben.

Dr. Nora Irrgang, Expertin für landwirtschaftliche Nutztiere bei der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, erläutert gegenüber der Berliner Zeitung:

“Diese Produkte sind für Verbraucher praktisch unsichtbar. Man erfährt weder, woher die Eier stammen, noch unter welchen Bedingungen sie produziert wurden.”

Laut Irrgang stammen die ukrainischen Eier überwiegend aus Massenkäfighaltung, einem System, das in der EU offiziell verboten ist. Hinzu komme, dass in der Ukraine Pestizide legal eingesetzt werden dürfen, die in der EU seit Jahren nicht mehr zugelassen sind. Irrgang betont:

“Das betrifft nicht nur den Tierschutz, sondern auch den Verbraucherschutz.”

Damit werden strengere Tierschutzstandards in der deutschen und europäischen Landwirtschaft faktisch unterlaufen. Deutschland importiert Produkte, “die unter Bedingungen entstehen, die hier illegal sind”.

Von dem boomenden Exportgeschäft profitieren vor allem große Agrarkonzerne wie MHP und Ovostar Union. Diese produzieren zwar in der Ukraine, haben ihren Firmensitz jedoch auf Zypern. Juri Kossjuk, Hauptaktionär von MHP, gehört zum engen Beraterkreis des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Der ukrainischen Bevölkerung selbst bringt der Exportboom dagegen wenig. Wie die Berliner Zeitung schreibt:

“In der Ukraine bleiben vor allem die Ställe, die Arbeit vor Ort und vergleichsweise niedrige Löhne.”

Zudem seien die Eierpreise für Verbraucher in der Ukraine infolge der gestiegenen Ausfuhren um fast 60 Prozent gestiegen.

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