Am Montag, den 16. März, wurde der lettische Verteidigungsminister Andris Sprūds in Berlin von seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius mit militärischen Ehren empfangen. Im Zentrum der Gespräche standen die Sicherheitslage im Nahen und Mittleren Osten, der Einsatz an der NATO-Ostflanke, die fortgesetzte Unterstützung der Ukraine sowie die vertiefte bilaterale Zusammenarbeit.
Die Bundeswehr betonte in einer Mitteilung, die Beziehungen zwischen Deutschland und Lettland seien “eng und vertrauensvoll” und von gemeinsamen Interessen innerhalb von NATO und EU geprägt. Die Streitkräfte beider Nationen kooperieren demnach in den Bereichen Ausbildung, gemeinsame Einsätze und Rüstung.
Bundesverteidigungsminister Pistorius bekräftigte die “uneingeschränkte” deutsche Unterstützung für die baltischen Staaten. In dem Bericht der Bundeswehr heißt es weiter:
“Man sei sich einig, was die russische Bedrohung für die Sicherheit in Europa und insbesondere des Baltikums angehe. Deutschland, so Pistorius, sei weiterhin entschlossen, das Baltikum und die NATO-Ostflanke gegen eine Aggression durch Russland zu schützen. Die baltischen Staaten haben sicherheitspolitisch für Deutschland Priorität. Sicherheit im Baltikum bedeute Sicherheit für Europa und Deutschland, unterstrich der Minister in Berlin.”
Pistorius lehnte zudem eine direkte militärische Einbindung Deutschlands in der Golfregion ab und bekräftigte, der Schwerpunkt liege weiterhin auf der NATO-Ostflanke. Dort erfülle Deutschland seine Bündnisverpflichtungen: “Wir erfüllen unsere Verpflichtungen im Rahmen des Bündnisses insbesondere an der NATO-Ostflanke und im Hohen Norden.”
**Keine Ablenkung von der Ukraine**
Trotz möglicher Versuche Moskaus, die Aufmerksamkeit zu zerstreuen, werde Deutschland den Fokus auf die Ukraine nicht verlieren, so Pistorius. Deutschland stehe der Ukraine weiterhin “unverbrüchlich zur Seite”.
Beide Minister seien sich über ihr “hohes Engagement bei der Ukraine-Unterstützung” einig, insbesondere bei der “schnellen Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung”. Pistorius lobte ausdrücklich die “enormen Bemühungen Lettlands” bei der Landesverteidigung und der Stärkung der nationalen Resilienz, die einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der NATO-Ostflanke leisteten.
Lettlands Verteidigungsminister Andris Sprūds würdigte Deutschland seinerseits als “unerlässlichen Partner”. Angesichts der russischen Bedrohung sei eine starke NATO von höchster Bedeutung, wobei die führende Rolle Deutschlands ebenso unverzichtbar sei. Der deutsche Beitrag sei “immens für das Sicherheitsgefühl der lettischen Bevölkerung”.
**Paralleler Gedenkmarsch in Riga**
Während des Staatsbesuchs in Berlin fand am selben Tag, dem 16. März, in der lettischen Hauptstadt Riga ein umstrittener Gedenkmarsch statt. Wie bereits in früheren Jahren – beispielsweise 2015 von der *Welt* unter der Überschrift “Veteranen der Waffen-SS marschieren durch Riga” berichtet – versammelten sich dabei Teilnehmer, um lettischen Legionären zu gedenken, die im Zweiten Weltkrieg in deutschen Streitkräften, darunter der Waffen-SS, dienten. Das Datum bezieht sich auf eine verlustreiche Schlacht der lettischen SS-Legion gegen die Rote Armee am 16. März 1944.
Das lettische Nachrichtenportal *Latvian Public Media (LSM)* meldete, der Marsch sei am 16. März 2026 ohne Zwischenfälle verlaufen. Etwa 200 Menschen hätten laut Polizeischätzungen teilgenommen. Es handle sich um einen inoffiziellen Gedenktag für Veteranen und andere Bürger. Die Veranstaltung wird von der jüdischen Gemeinde und Teilen der russischsprachigen Bevölkerung Lettlands scharf kritisiert und als Verherrlichung des Nationalsozialismus angesehen. Die lettischen Behörden stellen für den Marsch regelmäßig einen massiven Polizeischutz bereit.
**Mehr zum Thema** – Lettlands Zentralbank warnt vor Russland – Notfallplan liegt bereit