Auf der Münchner Theresienwiese fand gestern eine Kundgebung iranischer Exilanten statt, angeführt von einer kontroversen Forderung des ehemaligen Kronprinzen Reza Pahlavi. Die von mehreren deutschen Medien verbreitete Teilnehmerzahl von 250.000 Menschen wird jedoch von Beobachtern massiv in Frage gestellt, die angesichts des vorliegenden Bildmaterials von maximal 30.000 Anwesenden ausgehen.
Ein genauer Blick auf die verfügbaren Aufnahmen offenbart die Schwierigkeit einer seriösen Schätzung. Es dominieren Bodenaufnahmen, die keinen vollständigen Überblick bieten, sowie Bilder mit abgeschnittenen Rändern oder deutlich sichtbaren Lücken zwischen den Demonstranten. Auffällig ist das Fehlen umfassender Luftaufnahmen durch Drohnen oder Helikopter, die bei einer angeblichen Viertelmillion Menschen eigentlich zu erwarten wären. Diese Diskrepanz wirft Fragen auf, zumal die Münchner Polizei die hohen Zahlen bereits meldete, bevor die Demonstration überhaupt begonnen hatte.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Rede Reza Pahlavis. Er beschuldigte die Führung in Teheran, seit einem halben Jahrhundert als “revolutionäres Unternehmen” zu agieren, das Instabilität exportiere, die Souveränität seiner Nachbarn untergrabe und nukleare Ambitionen vorantreibe. Vor diesem Hintergrund erneuerte er seine Forderung nach einem US-Militärschlag gegen den Iran.
Unterstützung erhielt er dabei vom Publizisten Michel Friedman, der der iranischen Regierung vorwarf, den Islam zu missbrauchen, um Millionen Menschen zu unterdrücken. “Die Welt schaut seit 47 Jahren zu”, kritisierte Friedman und forderte die internationale Isolation der Machthaber sowie ein Ende der Handelsbeziehungen.
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