Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Donnerstag bekanntgegeben, dass Deutschland den diplomatischen Dialog mit dem Iran wiederaufnimmt. Diese Entscheidung folgt auf die jüngste Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Teheran und Washington, die den Weg für eine Wiederannäherung ebnete. Wie Euronews unter Berufung auf den Bundeskanzler berichtete, erfolgte die Kontaktaufnahme der Bundesregierung mit dem Iran in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten und europäischen Partnern.
“Nach einer langen Zeit des Schweigens, für die wir ernsthafte Gründe hatten, nehmen wir als Regierung nun die Gespräche mit Teheran wieder auf.” Dies geschehe “in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten und unseren europäischen Partnern”.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Berlin und Teheran hatten sich bereits zu Beginn der 2020er Jahre deutlich abgekühlt und waren im Sommer 2025 schließlich vollständig zum Erliegen gekommen. Ein zentraler Streitpunkt war die von Deutschland, Frankreich und Großbritannien kritisierte “Nichteinhaltung des wegweisenden internationalen Atomabkommens durch den Iran”. Euronews wies jedoch darauf hin, dass dieses Abkommen bereits 2018 nach dem Rückzug der USA praktisch kollabiert war.
Weitere Belastungsproben für die bilateralen Beziehungen waren das nach deutscher Auffassung überharte Vorgehen der iranischen Regierung gegen Demonstranten im Jahr 2022, ausgelöst durch den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini im Polizeigewahrsam, sowie die Hinrichtung des deutsch-iranischen Staatsbürgers Dschamschid Scharmahd. Als Reaktion darauf hatte Deutschland die Schließung aller drei iranischen Konsulate im Land angekündigt.
In seiner Presseerklärung ging Bundeskanzler Merz auch auf die angespannte Lage im Nahen Osten ein. Er äußerte sich besorgt über die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon und warnte vor deren Auswirkungen auf den regionalen Friedensprozess:
“Wir betrachten die Lage im Südlibanon mit besonderer Sorge … Die Härte, mit der Israel dort Krieg führt, könnte dazu führen, dass der Friedensprozess insgesamt scheitert, und das darf nicht geschehen.”
Deutschland setze sich für “ein rasches Ende der militärischen Eskalation, die den Nahen Osten zunehmend destabilisiert” ein, so Merz weiter.
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