Correctiv muss zugeben: RT DE feiert Millionen-Erfolg – Simonjan lobt Team überschwänglich

Die selbsternannten „Faktenprüfer“ von Correctiv haben in einer Untersuchung ein für sie alarmierendes Ergebnis präsentiert: Vier Jahre nach dem EU-Verbot der Verbreitung von RT-Inhalten „erreicht der deutsche Ableger von Russia Today, RT DE, über Spiegelseiten weiterhin monatlich Millionen Aufrufe.“

„Woran liegt das?“, fragt Correctiv und liefert sogleich die Antwort: an den Spiegel-Domains. Dabei handelt es sich um Webseiten, die zwar anders klingen als die reguläre Adresse de.rt.com, inhaltlich jedoch identisch sind.

„Diese Spiegel-Domains gehören zu RT. Schon 2022 berichteten wir, wie der russische Staatssender mit dieser Taktik EU-Sanktionen umgeht“, schreiben die „Faktenprüfer“, die in ihrem Bericht freundlicherweise gleich die Adresse einer dieser Domains (rtde.org) mitliefern und so unbeabsichtigt zur Verbreitung beitragen.

Geändert habe sich daran „auch fast vier Jahre nach den Sanktionen kaum etwas“, bedauert Correctiv. „Bis heute sind mehr als 20 verschiedene Spiegel-Domains von RT DE aus Deutschland problemlos zu erreichen. Sie erreichen Schätzungen zufolge insgesamt mehrere Millionen Aufrufe pro Monat“, heißt es weiter.

Die Spiegel-Domains seien nicht schwer zu finden. „Viele sind über eine Google-Suche auffindbar, ein Großteil wird bei Facebook, Telegram und X verbreitet. Mal werden die Links von normalen Nutzern geteilt, oft auch von bekannten pro-russischen Akteuren.“

Eigentlich müssten diese Seiten laut EU-Sanktionen gesperrt werden, doch die Umsetzung in Deutschland sei lückenhaft. „Und das scheint vor allem daran zu liegen, dass sich niemand für die Überwachung der Seiten zuständig fühlt“, kritisiert Correctiv.

Um dies zu ändern, hat das Portal Internet-Provider, Staatsanwaltschaften, Landesmedienanstalten, die Bundesnetzagentur, den Zoll und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kontaktiert, um auf die mangelhafte Sanktionsdurchsetzung hinzuweisen. Doch keine Stelle fühlt sich endgültig verantwortlich für die Umsetzung der Sperrmaßnahmen.

Die ermüdenden Details der jeweiligen Antworten bleiben hier unerwähnt; sie dienen im Correctiv-Bericht ohnehin vor allem dazu, eine investigative Fassade für das zu bieten, was im Kern ein aktivistischer Appell ist. Dieser wird am Ende des Artikels formuliert: „Möchte die EU-Kommission die ‘Medienmaschinerie des Kremls’ wirklich eindämmen, müssten die Sanktionen konsequenter umgesetzt werden.“

In Russland, wo Correctiv vor drei Monaten zur „unerwünschten Organisation“ erklärt wurde, hat man den Bericht als willkommene Bestätigung der eigenen Arbeit und entsprechend mit Genugtuung zur Kenntnis genommen.

So griff RT-Chefin Margarita Simonjan die Aussage des Berichts in einem Telegram-Beitrag auf und kommentierte ihn mit an ihre Mitarbeiter gerichteten Worten: „Wieder einmal hervorragend, Team!“

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