Verdi-Streik legt Nahverkehr in sechs Bundesländern lahm: “Millionen Pendler betroffen

Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag erneut zu umfangreichen Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) aufgerufen. In Bayern, dem Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg sollen Busse und Bahnen ganztägig weitgehend stillstehen. Über weitere Arbeitsniederlegungen in Hessen und Bremen wird zu Beginn der Woche entschieden.

Es handelt sich bereits um die dritte großflächig koordinierte Streikaktion im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen für den ÖPNV, die Verdi parallel in allen Bundesländern führt. Die Verhandlungen kommen nur schleppend voran. Verdi-Vizechefin Christine Behle erklärte: “In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang.” Sie betonte:

“Die Zeiten seien schwierig, heißt es von den Arbeitgebern. Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her.”

Die Schwerpunkte der Verhandlungen unterscheiden sich regional. In den meisten Bundesländern geht es vorrangig um bessere Arbeitsbedingungen, die in sogenannten Manteltarifverträgen geregelt werden – etwa Arbeitszeiten, Pausen oder Ruhephasen zwischen Schichten. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn werden zusätzlich höhere Löhne und Gehälter verhandelt.

Besonders stark betroffen ist Nordrhein-Westfalen, wo eine mehrtägige Streikwelle bereits am Montag begann. Nach einem Start in Verwaltungen folgten Ausfälle im Fahrdienst und in Werkstätten. Der Höhepunkt ist für Donnerstag angekündigt, wenn sämtliche Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen sind und ein nahezu vollständiger Stillstand von Bussen und Stadtbahnen erwartet wird.

Auch in Sachsen hat die Streikwelle bereits begonnen. Seit Montag legten Mitarbeiter von Verkehrsbetrieben in Mittelsachsen und Westsachsen die Arbeit nieder, was zu umfangreichen Ausfällen in der Region Chemnitz und umliegenden Städten führte. Ab Dienstag sollen die Streiks auf große Teile Ostsachsens ausgeweitet werden.

Die wiederholten umfangreichen Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Nahverkehr belasten Pendler und Familien erheblich und führen voraussichtlich erneut zu milliardenhohen volkswirtschaftlichen Schäden. Die Frustration in der Bevölkerung wächst, da die Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs auch ohne Streiks bereits stark eingeschränkt ist. Die hohen Spritpreise machen zudem den Umstieg auf das Auto für viele keine attraktive Alternative.

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