Seit Jahresbeginn erhalten junge Erwachsene des Jahrgangs 2008 Post von der Bundeswehr. Rund 700.000 Personen werden angeschrieben und erhalten mit Erreichen der Volljährigkeit einen QR-Code. Über diesen können sie einen Fragebogen zur Erfassung ihrer Eignung und grundsätzlichen Bereitschaft für einen Dienst bei der Bundeswehr abrufen und beantworten.
Bis Anfang Februar wurden nach Angaben von Verteidigungsminister Boris Pistorius bereits 40.000 dieser Fragebögen verschickt. Die Resonanz fällt jedoch bislang verhalten aus, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet.
Demnach hat nur etwa die Hälfte der Männer, die zur Beantwortung verpflichtet sind, den Fragebogen zurückgeschickt. Bei den Frauen, für die keine Antwortpflicht besteht, lag die Quote laut Bericht bei lediglich sechs Prozent. Insgesamt habe etwa ein Viertel aller Angeschriebenen geantwortet. Wie viele der Befragten tatsächlich zu einem Dienst bereit wären, gehe aus den Zahlen nicht hervor, so das RND.
Für männliche 18-Jährige gilt eine verbindliche Antwortfrist von vier Wochen. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt oder falsche Angaben macht, riskiert ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro. Personen, die als geeignet erscheinen und Dienstbereitschaft signalisieren, werden zur Musterung eingeladen. Ab dem Jahr 2027 sollen dann alle jungen Männer eine solche Musterung durchlaufen. Ein unentschuldigtes Fernbleiben vom Musterungstermin kann dazu führen, dass die Person von der Polizei “vorgeführt” wird.
Die seit Januar geltende Reform sieht weiterhin einen freiwilligen Wehrdienst vor. Verpflichtend ist lediglich die Teilnahme an der Erfassung via Fragebogen. Ziel der Maßnahme ist es, die Personalstärke der Bundeswehr von derzeit etwa 184.000 auf 255.000 bis 270.000 Soldaten bis 2025 zu steigern. Sollte dieses Ziel nicht auf freiwilliger Basis erreicht werden können, wird eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht als mögliche Konsequenz in Betracht gezogen.
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