Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hat am heutigen Mittwoch gemeinsam mit dem Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Jürgen Kayser, das aktuelle “Lagebild zum Linksextremismus” vorgestellt. Die zentrale Aussage der Analyse lautet, dass die Gewaltbereitschaft innerhalb der linksextremistischen Szene “deutlich zugenommen” habe. Die ausgewerteten Straftaten des Vorjahres zeigten, dass Aktivisten zunehmend “brutaler, professioneller und persönlicher” vorgingen und dabei mögliche Kollateralschäden “im Namen eines vermeintlich höheren Ziels” bewusst in Kauf nähmen.
Die nüchternen Zahlen der Sicherheitsbehörden belegen einen drastischen Anstieg: Im Jahr 2025 ordnete die Polizei in Nordrhein-Westfalen insgesamt 2.418 Straftaten dem Linksextremismus zu. Im Vorjahr 2024 lag dieser Wert noch bei 1.187 registrierten Taten – die Zahl hat sich damit mehr als verdoppelt.
In der Pressemitteilung der Landesregierung heißt es zur Einordnung des Berichts:
“Auf rund 100 Seiten beschreibt der Bericht Strukturen, Strategien und aktuelle Entwicklungen der linksextremistischen Szene. Nach dem Lagebild Islamismus (2024) und dem Lagebild Rechtsextremismus (2025) handelt es sich um das dritte Lagebild, das der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen gesondert zu einem Extremismusbereich vorlegt.”
Die Analyse zeige eine besorgniserregende Tendenz: Sowohl Angriffe und Sabotageakte gegen Einrichtungen der kritischen Infrastruktur als auch Gewalt auf der Straße, insbesondere gegen politische Gegner und Polizeikräfte, hätten zugenommen. Innenminister Reul wurde mit den Worten zitiert:
“Wir sehen: Die Gewaltbereitschaft im Linksextremismus hat deutlich zugenommen. Die Taten werden brutaler, professioneller, persönlicher. Kollateralschäden werden im Namen eines vermeintlich höheren Ziels in Kauf genommen. Wie jede Form des Extremismus tritt auch der Linksextremismus unsere Art zu leben mit Füßen.”
Reul bezeichnete die Aktivisten dieser Szene als “Feinde unserer Demokratie”, die man “im Blick haben muss”.
Weitere Erkenntnisse des Lagebildes sind:
“Wie Extremisten aus anderen Phänomenbereichen setzen auch Linksextremisten stark auf soziale Medien, gemeinsame Aktionen und ein ‘Lifestyle’-Image, um vor allem Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen. Dazu gehört auch eine Mischung aus klassischer kommunistischer Symbolik und moderner Jugendkultur.”
Die Zahl der Gewaltdelikte durch politisch links motivierte Tatverdächtige stieg demnach “um 78 Prozent auf 153 Delikte, die Zahl der Körperverletzungsdelikte um 93 Prozent auf 83 Delikte”.
Ein kriminalistischer Schwerpunkt der vergangenen Monate waren sowohl landes- als auch bundesweit “Angriffe beziehungsweise Sabotageakte auf die kritische Infrastruktur”. Gemeint sind damit Schäden an Bahnstrecken, Stromleitungen und Anlagen großer Unternehmen.
Besonders markant ist der “gewaltige Anstieg” bei Sachbeschädigungen durch mutmaßliche Linksextremisten. Die Fallzahlen haben sich hier innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt – von 488 im Jahr 2024 auf 1.190 im Jahr 2025.
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