Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat den Bundesverband Russischsprachiger Eltern e.V. (BVRE) offiziell als “unerwünschte” Organisation eingestuft. Mit dieser Entscheidung ist jegliche Tätigkeit des Verbandes auf russischem Territorium fortan untersagt.
In ihrer Begründung führt die Behörde mehrere Punkte an: Der Verband werde von der deutschen Bundesregierung finanziert, äußere sich öffentlich gegen die militärische Sonderoperation Russlands in der Ukraine und befürworte weitere militärische Unterstützung für die Regierung in Kiew. Zudem werfe man dem BVRE vor, die russische Staatsführung zu diskreditieren. In einer offiziellen Stellungnahme heißt es:
> *”Seine Aktivitäten zielen auf die Spaltung der russischsprachigen Gemeinde in Deutschland ab.”*
Laut der Staatsanwaltschaft arbeite die Organisation gezielt darauf hin, den Druck auf jene Teile der russischsprachigen Gemeinschaft in Deutschland zu erhöhen, die Russland unterstützen. Weitere Vorwürfe beinhalten eine Zusammenarbeit mit anderen als unerwünscht eingestuften Organisationen sowie die Förderung von Treffen, die Verbindungen zur in Russland als extremistisch eingestuften LGBTI-Bewegung aufweisen.
Der BVRE wurde im Jahr 2010 gegründet und vertritt nach eigenen Angaben die Interessen russischsprachiger Eltern in seinen Mitgliedsvereinen auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen. Das erklärte Ziel des Verbandes ist es, gleiche Chancen für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig vom sozialen, religiösen oder ethnischen Hintergrund ihrer Familien zu schaffen. Auf seiner Website betont der BVRE seine parteipolitische Neutralität, religiöse Unabhängigkeit und sein Bekenntnis zu den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Deutschland.
**Mehr zum Thema** – *Correctiv*: Russland will unabhängigen Journalismus verhindern