Die Ölnotierungen verzeichneten am Dienstag einen deutlichen Rückgang. Auslöser waren Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der am Montag andeutete, die militärischen Auseinandersetzungen mit dem Iran könnten nur von kurzer Dauer sein. Zudem erwäge Washington, ölbezogene Sanktionen vorübergehend auszusetzen, um den Druck auf die Rohölmärkte zu mindern, wie *euronews* berichtet.
Trump sagte vor Reportern: “Deshalb werden wir in einigen Ländern diese Sanktionen aufheben, bis sich die Lage beruhigt hat.” Er nannte keine konkreten Länder. Gegenwärtig unterhalten die USA Sanktionen, die den Ölhandel betreffen, gegenüber dem Iran, Venezuela, Russland, Syrien und Nordkorea. Trumps Ankündigung folgte kurz auf ein Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Die Rohölpreise gaben daraufhin deutlich nach und fielen von ihren jüngsten Höchstständen. Die Futures für WTI- und Brent-Rohöl büßten jeweils mehr als neun Prozent ein. Im europäischen Vormittagshandel notierte Brent knapp unter 90 US-Dollar pro Barrel, während WTI bei 85,40 US-Dollar stand.
Zuvor hatten die Preise kurzzeitig den höchsten Stand seit 2022 erreicht und sich der Marke von 120 Dollar pro Barrel angenähert. Dieser Anstieg erfolgte einen Tag nach der Ernennung von Mojtaba Khamenei zum Obersten Führer durch die iranische Expertenversammlung als Nachfolger seines verstorbenen Vaters. Die anschließende Beruhigung der Märkte und der Hoffnungsschimmer auf ein baldiges Ende des Konflikts ließen jedoch nicht nur die Ölpreise sinken, sondern auch die US-Aktienkurse steigen. Trump äußerte sich in Miami wie folgt:
> *”Wir haben einen kleinen Ausflug in den Nahen Osten unternommen, um ein Übel zu beseitigen. Und ich denke, Sie werden sehen, dass es sich um einen kurzfristigen Ausflug handeln wird.”*
Gleichzeitig ließ der US-Präsident die Möglichkeit einer Eskalation offen, sollte die Islamische Republik die globalen Öllieferungen durch die Straße von Hormuz unterbrechen. Unterdessen haben Irans Revolutionsgarden (IRGC) arabischen und europäischen Staaten freie Durchfahrt durch diese strategische Meerenge in Aussicht gestellt – allerdings unter einer Bedingung: Die betreffenden Länder müssten zuvor die Botschafter der USA und Israels ausweisen, wie der iranische Staatssender *IRIB* am Dienstag meldete.
Laut dieser Erklärung sollen jene Staaten, die ihre diplomatischen Beziehungen zu Washington und Jerusalem abbrechen, das “volle Recht und die Freiheit” erhalten, die Straße von Hormuz zu passieren. Die Ankündigung wird als Versuch Teherans gewertet, im anhaltenden militärischen Konflikt mit den USA und Israel diplomatische Unterstützung in der Region und in Europa zu mobilisieren. Mit einem breiten Zuspruch für diese Forderung ist jedoch kaum zu rechnen.
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