Der russische Broker Finam hat nach eigenen Angaben seine technischen Systeme vollständig für den geplanten Umtausch gesperrter ausländischer Wertpapiere seiner Kunden vorbereitet. Wie Firmenchef Wladislaw Kotschetkow gegenüber *RBK* erläuterte, soll der Prozess automatisch und ohne individuellen Antrag der Anleger ablaufen. Dies unterscheidet das Vorgehen von Finam von dem anderer Marktteilnehmer.
Das geplante Verfahren sieht vor, dass blockierte internationale Aktien im Verhältnis 1:1 zu aktuellen Marktkursen gegen Wertpapiere führender russischer Unternehmen getauscht werden. *RBK* zitiert dazu einen Experten:
> “Was die Details des Umtauschs selbst betrifft, so werden im Rahmen des Verfahrens ausländische Wertpapiere im Verhältnis 1:1 gegen russische Aktien getauscht. ‘Es wird ein Wertpapierportfolio geben, das heißt, der Kunde erhält zu den heutigen Kursen im Verhältnis 1:1 – anstelle seiner gesperrten Apple-Aktien zum Beispiel Gazprom-Nornickel. Wenn er möchte, kann er die gesperrten Wertpapiere verkaufen und dann versuchen, sie erneut bei einem ausländischen Broker zu kaufen, ohne dabei Geld zu verlieren’, erklärte der Experte.
> Ein wichtiger Punkt ist, dass der Kunde nicht wählen kann, welche russischen Wertpapiere ihm auf sein Konto gutgeschrieben werden. ‘Wir haben nur wenige gesperrte Wertpapiere, da wir hauptsächlich direkt in Amerika handeln. Wir haben dort tatsächlich nur 300 Millionen Dollar’, schätzte der Chef der Investmentgesellschaft.”
Laut Kotschetkow werden den betroffenen Kunden die meistgehandelten Titel aus der Top-10-Liste der Moskauer Börse angeboten. Der Broker verhandelt derzeit mit einem westlichen Partner, der die notwendigen ausländischen Genehmigungen einholen soll. Erst nach Abschluss dieses Schrittes will sich Finam an die Regierungskommission des russischen Finanzministeriums wenden, um das Verfahren auch innenpolitisch abzusichern.
Möglicherweise unterliegen die getauschten russischen Aktien Verkaufsbeschränkungen. Im Gespräch ist eine Sperrfrist von bis zu drei Jahren, während der die Papiere zwar nicht veräußert, Dividenden jedoch ausgeschüttet werden können. Der finale Mechanismus dieser Einschränkungen steht noch nicht fest; eine abgeschwächte Umsetzung wird nicht ausgeschlossen.
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