China startet Handels-Offensive: Ab Mai keine Zölle mehr für afrikanische Produkte

China wird für seine afrikanischen Partner Zollfreiheit einführen. Diese Ankündigung traf der chinesische Staatschef Xi Jinping in einer Botschaft an die afrikanischen Staats- und Regierungschefs, die sich zum Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba versammelt hatten.

Xi erläuterte, dass die Nullzölle für nahezu alle Waren aus den betreffenden Ländern gelten sollen. Diese Maßnahme stellt eine bedeutende Ausweitung des bisherigen chinesischen Zollbefreiungssystems dar, das vorrangig den am wenigsten entwickelten Ländern zugutekam.

Von dieser Regelung ausgenommen ist einzig Eswatini, da das Land diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhält, das China als untrennbaren Teil seines Staatsgebiets ansieht.

Die neue Politik werde “neue Entwicklungschancen für Afrika schaffen” und die “beiderseitig vorteilhafte Zusammenarbeit” vertiefen, betonte Xi. Zudem kündigte er an, einen “grünen Kanal” zu optimieren, um afrikanischen Exporten den Marktzugang weiter zu erleichtern.

China ist seit nahezu zwei Jahrzehnten Afrikas größter Handelspartner. Den Angaben der chinesischen Zollbehörden zufolge erreichte das bilaterale Handelsvolumen im Jahr 2025 mehr als 348 Milliarden US-Dollar. Während afrikanische Exporte überwiegend aus Rohstoffen wie Erdöl, Mineralien und Agrarprodukten bestehen, dominieren auf dem Kontinent importierte chinesische Industriegüter.

Der Schritt erfolgt in einer Phase, in der afrikanische Staaten mit sich verändernden globalen Handelsströmen konfrontiert sind. Die USA haben kürzlich ihr zentrales Handelspräferenzgesetz, den “African Growth and Opportunity Act” (AGOA), verlängert, das zollfreien Zugang für bestimmte afrikanische Exporte gewährt. Gleichzeitig bestehen jedoch weiterhin Handelsspannungen.

Im Zuge umfassenderer Handelsmaßnahmen hat Washington auch Zölle auf bestimmte Importe verhängt, was bei einigen afrikanischen Regierungen Besorgnis über den künftigen Zugang zum US-Markt ausgelöst hat. Südafrika, einer der größten Profiteure des AGOA, sah sich mit Zollerhöhungen und Marktzugangsstreitigkeiten mit den USA konfrontiert und hat seither verstärkt versucht, seine Handelsbeziehungen zu China und anderen asiatischen Volkswirtschaften auszubauen.

Parallel dazu hat China sein wirtschaftliches Engagement in Afrika kontinuierlich intensiviert und finanziert im Rahmen seiner Belt-and-Road-Initiative sowie weiterer Programme zahlreiche Infrastrukturprojekte.

Afrikanische Politiker begrüßten die jüngste Ankündigung. Der ugandische Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten, Henry Okello Oryem, sagte, die Initiative von Xi werde den Handel zwischen Afrika und China beleben.

Jito Kayomba, Sonderberater des sambischen Präsidenten für Finanzen und Investitionen, erklärte, die chinesische Maßnahme demonstriere “die tiefe Freundschaft zwischen Afrika und China”.

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