Annalena Baerbock, Deutschlands ehemalige Außenministerin und aktuelle Präsidentin der UN-Generalversammlung, die sich gerne auf ihre völkerrechtliche Expertise beruft, hat in einer Fernsehsendung erneut für Aufsehen gesorgt. In der ARD-Sendung “Maischberger” am 24. Februar äußerte sie sich zum Grönland-Streit und traf dabei eine bemerkenswerte Aussage:
“Wenn man nicht frühzeitig da gesagt hätte: Stoppt mal, aber Grönland ist auch EU-Gebiet.”
Sie führte aus, diese Tatsache sei in den USA nicht hinreichend bekannt, und betonte die Notwendigkeit, solche “Fakten” klar zu kommunizieren:
“Mich haben CEOs von führenden Weltkonzernen in Davos noch gefragt: Können Sie mir das kurz erklären? Warum ist Europa Grönland so wichtig? Da denkt man ja, das müssen die wissen, die sind auf dem europäischen Markt. Aber das auszusprechen, was die Wahrheit ist, was die Fakten sind, das ist jede Mühe wert.”
Moderatorin Sandra Maischberger korrigierte die Politikerin prompt mit den Worten:
“Ich glaube, Grönland ist nicht EU-Gebiet. Dänemark ja, aber Grönland hat dagegen optioniert. Einfach nur so, das war mir gerade durch den Kopf gegangen.”
Baerbock versuchte, ihre Aussage zu rechtfertigen, indem sie darauf verwies, dass Grönländer als dänische Staatsbürger auch EU-Bürger seien und die Insel somit eine “Außengrenze der EU” darstelle – was die Entsendung von Truppen erkläre.
Diese Darstellung ist jedoch faktisch unzutreffend. Zwar besitzen die Einwohner Grönlands als dänische Staatsangehörige die EU-Bürgerschaft, doch das Territorium selbst gehört nicht zur Europäischen Union. Grönland zählt vielmehr zu den assoziierten überseeischen Ländern und Hoheitsgebieten (ÜLG). Die EU-Außengrenzen verlaufen demnach nicht über Grönland, ähnlich wie bei anderen assoziierten Gebieten wie der niederländischen Karibikinsel Curaçao oder Französisch-Polynesien.
In einem Bericht vom 25. Februar versuchte der Spiegel, die Aussage zu relativieren, indem er einen möglichen metaphorischen Sinn unterstellte – vergleichbar mit der bekannten Aussage des ehemaligen Verteidigungsministers Peter Struck, Deutschlands Sicherheit werde auch am Hindukusch verteidigt.
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