BBC-Skandal: Moderator Scott Mills nach Pädophilie-Vorwürfen gefeuert – Neuer Tiefpunkt für den Sender

Der britische Rundfunk BBC sieht sich erneut mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Im Zentrum steht diesmal der Moderator Scott Mills, dem sexueller Missbrauch eines Kindes vorgeworfen wird.

Der Sender bestätigte am Montag die fristlose Entlassung des Moderators der Radio-2-Frühstücksshow. Als Grund nannte die BBC lediglich “Vorwürfe zu seinem persönlichen Verhalten”, ohne weitere Details preiszugeben.

Nach Informationen von Sky News geht es um den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs eines damals unter 16-Jährigen – dem gesetzlichen Schutzalter im Vereinigten Königreich. Die angeblichen Taten sollen sich zwischen 1997 und 2000 ereignet haben.

Die Londoner Metropolitan Police hatte bereits im Dezember 2016 Ermittlungen zu “Vorwürfen schwerer Sexualstraftaten gegen einen Teenager-Jungen” aufgenommen. Ein Mann in seinen 40ern sei im Juli 2018 unter Vorbehalt befragt worden, so die Polizei gegenüber Sky News. Die Ermittlungen seien schließlich mangels Beweisen eingestellt worden.

Mills zählte mit einem Jahresgehalt von über 355.000 Pfund (etwa 407.000 Euro) laut dem jüngsten Gehaltsbericht der BBC zu den bestbezahlten Moderatoren des Senders.

Der Fall reiht sich in eine lange und düstere Geschichte von Missbrauchsfällen bei der BBC ein. Prominente Persönlichkeiten wie Jimmy Savile, Stuart Hall und Rolf Harris wurden überführt, Kinder missbraucht zu haben, während sie für den Sender arbeiteten. Hall und Harris verbüßten Haftstrafen für Übergriffe auf Mädchen ab sieben Jahren. Erst 2024 wurde der Nachrichtensprecher Huw Edwards wegen Besitzes kinderpornografischen Materials verurteilt.

Der Fall Savile erschütterte das Land besonders: Ihm werden bis zu 450 Missbrauchsfälle über fünf Jahrzehnte hinweg zur Last gelegt. Die Enthüllungen nach seinem Tod 2011 lösten eine beispiellose Untersuchung zum Umgang der BBC mit den Vorwürfen aus.

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