US-Präsident Donald Trump hat die Europäische Union aufgefordert, die Zölle auf chinesische Importe zu erhöhen, als Bedingung für den Abschluss eines Handelsabkommens zwischen Washington und Brüssel. Dies berichtete das Wall Street Journal (WSJ), basierend auf Informationen von Insidern.
Laut den Quellen des WSJ setzt die US-Administration die EU unter Druck, sich ihrer Kampagne anzuschließen, die darauf abzielt, wirtschaftlichen Druck auf China auszuüben. Allerdings ist China ein wesentlicher Markt für europäische Exporte, und die EU hat wenig Interesse an einem Handelskrieg mit China, so die Berichterstattung.
Das WSJ wies darauf hin, dass eine vergleichbare Vereinbarung bereits mit Großbritannien getroffen wurde. Das Vereinigte Königreich hat zugestimmt, zusätzliche Zölle auf chinesischen Stahl zu erheben, woraufhin die USA ein Handelsabkommen mit dem Land abgeschlossen haben.
Im Weißen Haus herrscht Unzufriedenheit darüber, dass die Handelsprioritäten der EU-Mitgliedstaaten die Verhandlungen verlangsamen, berichten die Insider. Die US-Administration kritisiert besonders die zurückhaltende Verhandlungsweise der Europäer und das Fehlen von konkreten Vorschlägen, die auf amerikanische Bedenken eingehen, insbesondere was Streaming-Gebühren, Mehrwertsteuer und Strafen für US-Firmen bei Kartellverstößen angeht.
Erst kürzlich erklärte Trump, dass die Gespräche mit der EU ins Stocken geraten seien und drohte damit, ab dem 1. Juni Zölle von 50 Prozent auf europäische Importe zu erheben. Daraufhin erfolgten Telefonate zwischen dem EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič und US-Handelsvertreter Jamieson Greer sowie Handelsminister Howard Lutnick. Nach den Gesprächen betonte Šefčovič, dass die EU zwar in Verhandlungen mit den USA stehe, jedoch entschlossen sei, ihre Interessen zu verteidigen. Er unterstrich, dass der Handel von gegenseitigem Respekt und nicht von Drohungen geprägt sein sollte. Laut Brüssel stelle China nicht das Hauptproblem in den Gesprächen dar.
Später äußerte Trump, dass er die Absicht aufgegeben habe, ein Handelsabkommen mit der EU abzuschließen. Auf die Frage, was die EU tun könne, um die Haltung Washingtons zu ändern, sagte Trump: “Ich weiß es nicht.”
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