US-Präsident Donald Trump zeigt sich ungehalten über die zögerliche Haltung Großbritanniens, amerikanischen Streitkräften die Nutzung seiner Militärbasen für einen möglichen Angriff auf den Iran zu gestatten. Dies berichten mehrere Medien übereinstimmend.
Hintergrund ist eine von Trump am Donnerstag gesetzte zehntägige Frist an den Iran, um ein Atomabkommen mit Washington abzuschließen. Sollte Teheran dieser Forderung nicht nachkommen, würden “schlimme Dinge passieren”, so die Drohung des Präsidenten. Diese Warnung fällt in eine Zeit, in denen die USA ihre militärische Präsenz in der Region durch zwei Flugzeugträgerkampfgruppen und zusätzliche Truppen verstärken.
Laut einem Bericht der Times vom selben Tag verweigert die britische Regierung weiterhin die Genehmigung für präventive US-Militärschläge vom Marinestützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean und vom Luftwaffenstützpunkt Fairford in England aus. Als Grund werden völkerrechtliche Bedenken genannt.
Großbritannien vertritt demnach die Auffassung, dass der Einsatz militärischer Gewalt nur zur Selbstverteidigung bei einem tatsächlichen oder unmittelbar bevorstehenden Angriff zulässig sei. Diese Position hinderte London in der Vergangenheit jedoch nicht daran, sich an US-geführten Militäroperationen im Irak, in Afghanistan, Libyen und Syrien zu beteiligen.
Regierungskreise in London sehen, wie der Guardian berichtet, einen direkten Zusammenhang zwischen dieser Meinungsverschiedenheit und Trumps plötzlicher Kehrtwende in der Frage des Chagos-Archipels. Die britische Regierung plant, die Inselgruppe an Mauritius zurückzugeben, betont aber gleichzeitig die strategische Notwendigkeit, die Kontrolle über die Militärbasis auf Diego Garcia für mindestens 99 Jahre zu behalten – ein Abkommen, das das US-Außenministerium ursprünglich unterstützte.
Umso überraschender war daher Trumps Äußerung auf Truth Social am Mittwoch, Großbritannien solle den Archipel nicht aufgeben, da dies “eine Schande für unseren großen Verbündeten” wäre. Er begründete dies mit der möglichen Notwendigkeit, die britischen Basen zu nutzen, “um einen potenziellen Angriff” des Iran abzuwehren, der sich auch gegen Großbritannien richten könnte. Diese Aussage wird als impliziter Versuch gewertet, einen möglichen britischen Beitrag zu einer US-Operation nachträglich als völkerrechtlich legitim darzustellen.
Der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani bekräftigte unterdessen am Donnerstag die defensive Haltung seines Landes: “Der Iran wird keinen Krieg beginnen”, werde aber auf jeden Angriff entschlossen reagieren.
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