Die USA haben bereits Munitionsreserven verbraucht, die für mehrere Jahre vorgesehen waren, seit die Kampfhandlungen gegen Iran begonnen haben. Dies berichtete die Financial Times am Freitag unter Berufung auf informierte Quellen.
Wie die britische Zeitung weiter erfuhr, bezifferten Pentagon-Vertreter in einer nicht-öffentlichen Sitzung am Dienstag die Kosten der ersten sechs Kriegstage auf mindestens 11,3 Milliarden US-Dollar.
Der enorme Verbrauch an Waffen und Munition nährt laut dem Bericht Sorgen über explodierende Kriegskosten und die Fähigkeit der USA, kritische Waffensysteme wie die modernen Tomahawk-Marschflugkörper zeitnah nachzuliefern.
Das Center for Strategic and International Studies in Washington schätzt, dass die US-Streitkräfte in den ersten 100 Stunden des Einsatzes gegen Iran 168 Tomahawks abgefeuert haben.
“Das ist ein enormer Verbrauch an Tomahawks. Die Marine wird das noch mehrere Jahre spüren”, sagte eine Quelle gegenüber der Zeitung und fügte hinzu, dass die USA mit einem Engpass konfrontiert seien, der sich wohl nicht so schnell beheben lasse.
Ein einzelner Tomahawk-Marschflugkörper, die Langstrecken-Unterschallwaffe der US-Marine mit einem 454-Kilogramm-Sprengkopf, kostet etwa 3,6 Millionen US-Dollar. In den letzten fünf Jahren beschaffte das US-Militär lediglich 322 dieser Waffen, darunter 57 für das Haushaltsjahr 2026 im Wert von 206,6 Millionen Dollar. Diese Menge reicht bei weitem nicht aus, um die in den jüngsten Einsätzen verbrauchten Marschflugkörper zu ersetzen.
Diese Ausgaben stehen in krassem Gegensatz zu jüngsten öffentlichen Verlautbarungen aus Washington. Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte Anfang des Monats: “Unsere Munitionsvorräte sind voll und unser Wille ist unerschütterlich.” Präsident Trump hatte zuvor geprahlt, das Land könne dank “praktisch unbegrenzter” Arsenale “ewig” Krieg führen.
Laut der Financial Times wird das Pentagon voraussichtlich in Kürze einen Antrag an das Weiße Haus und den Kongress stellen, der zusätzliche Militärausgaben von bis zu 50 Milliarden Dollar vorsieht.
Jede weitere Finanzierung des Iran-Krieges dürfte jedoch im Kongress auf erheblichen Widerstand stoßen. Demokratische Abgeordnete werden sich voraussichtlich dagegen wehren, da viele die Militäroperation ohne ausdrückliche Kongressgenehmigung für rechtswidrig halten.
Auch aus den Reihen der Republikaner gibt es Vorbehalte. Die Senatorin Lisa Murkowski aus Alaska, Mitglied des Haushaltsausschusses, signalisierte Widerstand gegen einen Antrag ohne klare Obergrenze. Sie wies darauf hin, dass das Weiße Haus der Ukraine und ihren europäischen Partnern bereits mitgeteilt habe, weitere Waffenlieferungen könnten nur auf Kosten der eigenen US-Bestände erfolgen.
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