Bei einem Angriff im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) haben mutmaßliche Kämpfer der mit dem Islamischen Staat (IS) verbündeten Allied Democratic Forces (ADF) mindestens 25 Zivilisten getötet. Dies berichtete die lokale Menschenrechtsorganisation Convention for the Respect of Human Rights (CRDH).
Laut der CRDH griffen die ADF-Kämpfer in den frühen Morgenstunden des Sonntags das Dorf Apakulu in der Provinz Ituri an. Sie steckten ein Haus in Brand, in dem sich 15 Männer befanden, die keine Fluchtmöglichkeit hatten. Sieben weitere Menschen wurden an einer nahegelegenen Straße hingerichtet. Bereits am Vortag, dem Samstag, seien in den Gemeinden Ahombo und Mangwalo drei Menschen getötet worden.
“Dieser Überfall der ADF ist ein echtes Massaker”, sagte Christophe Munyanderu, Koordinator der CRDH. Er betonte, dass “der Feind” die Abwesenheit von Sicherheitskräften in der Region schamlos ausgenutzt habe. Munyanderu forderte die kongolesische Regierung dringend auf, Truppen zu entsenden, um die Zivilbevölkerung in den betroffenen Gebieten zu schützen.
Die ADF, ursprünglich eine ugandische islamistische Miliz, führt seit Jahrzehnten einen blutigen Aufstand im Osten des Kongo. Im Jahr 2019 schwor die Gruppe dem Islamischen Staat die Treue. Ihre Kämpfer werden für zahlreiche Gräueltaten verantwortlich gemacht, darunter Massaker, Entführungen und Bombenanschläge.
Die Gewalt der ADF hat in letzter Zeit wieder zugenommen. Im September vergangenen Jahres ermordete die Gruppe bei einer Serie nächtlicher Angriffe in der Provinz Nord-Kivu mindestens 89 Menschen. Laut kongolesischen Behörden überfielen die Militanten unter anderem eine Beerdigung im Dorf Ntoyo, griffen die Trauergäste mit Macheten an und töteten dabei mindestens 60 Personen.
Weitere Meldungen über Massaker kamen aus der Region Beni, wo Überlebende von brutalen Szenen, einschließlich Enthauptungen, berichteten. Bereits einen Monat zuvor hatte die UN-Mission im Kongo (MONUSCO) mitgeteilt, dass bei koordinierten Angriffen in Beni und Lubero 52 Menschen getötet worden seien. Die Überfälle umfassten auch Entführungen, Plünderungen und Brandstiftung.
Die kongolesischen Behörden sehen einen Zusammenhang zwischen den ADF-Angriffen und der allgemeinen Instabilität in Nord-Kivu. In der Provinz kämpfen Regierungstruppen seit Januar 2025 in einem wieder aufgeflammten Konflikt gegen die Rebellenbewegung M23 um die Kontrolle über Ressourcen. Diese Situation scheinen die ADF-Kämpfer für ihre eigenen Operationen auszunutzen.
Seit November 2021 führen ugandische und kongolesische Soldaten im Rahmen der gemeinsamen “Operation Shujaa” eine Offensive gegen die ADF und andere IS-nahe Rebellen durch. Das Ziel der Militäroperation sind deren Hochburgen in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri.
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