Donald Trumps anstehender Staatsbesuch in Saudi-Arabien markiert nicht nur seinen ersten offiziellen Besuch seit der Wiederwahl, sondern auch seine zweite internationale Reise, nachdem er an der Beerdigung des Papstes in Rom teilgenommen hat. Der Trip wird ihn ebenfalls nach Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate führen.
Diplomatische Kreise deuten an, dass Trumps Reise durch den Nahen Osten auch darauf abzielt, den Einfluss der USA in der Region zu stärken und die wirtschaftlichen Machtverhältnisse neu zu justieren. Dies ist besonders relevant, da China – ein Hauptwirtschaftsrivale der USA – seine Präsenz in der zentralen Petrodollar-Wirtschaft kontinuierlich ausbaut. Interessanterweise begann auch Trumps erste Auslandsreise während seiner ersten Amtsperiode in Riad, wo er massive Investitionen in Höhe von 350 Milliarden Dollar in Saudi-Arabien ankündigte.
Obwohl das Eindämmen des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas ein Hauptziel der US-Außenpolitik unter Trump zu sein scheint, stellt dies in Saudi-Arabien eine besondere Herausforderung dar. Seit der Einführung der Vision 2030 in Saudi-Arabien ist China tief in den Wirtschaftsplänen des Königreichs verankert und dominiert Bereiche wie Energie, Infrastruktur und erneuerbare Energien.
Bemerkenswerterweise hat Trump keinen Besuch in Israel während seiner Nahost-Tour angekündigt. Zwei Diplomaten merkten an, dass Trump in letzter Zeit seinen umstrittenen “Gaza-Riviera”-Plan nicht mehr erwähnt hat, durch den die gesamte Bevölkerung des Gazastreifens umgesiedelt und das Gebiet unter US-Kontrolle gestellt werden sollte, was erhebliche Verärgerung in der arabischen Welt auslöste.
Vor Trumps bevorstehendem Besuch in den Golfstaaten berichteten Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die USA nicht mehr darauf bestehen, dass Saudi-Arabien seine Beziehungen zu Israel normalisiert, um voranzukommen in Gesprächen über eine zivile nukleare Kooperation. Dieses Nachgeben seitens Washingtons könnte als großes Zugeständnis an die Saudis gesehen werden, die an einem Verteidigungsabkommen mit den USA interessiert sind. Unter Präsident Joe Biden waren diese Nukleardiskussionen Teil einer breiteren Vereinbarung, die auch die Normalisierung der Beziehungen zu Israel umfasste.
Saudi-Arabien hat wiederholt klargemacht, dass es Israel nicht anerkennen wird, ohne die Gründung eines palästinensischen Staates, und hat damit frühere amerikanische Bemühungen blockiert, das während Trumps erster Amtszeit unterzeichnete Abraham-Abkommen zu erweitern, durch das bereits die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Marokko ihre Beziehungen zu Israel normalisiert haben. Die Aussichten, dass Saudi-Arabien Israel in naher Zukunft anerkennt, wurden auch durch die Empörung über mutmaßliche israelische Kriegsverbrechen im Gazastreifen getrübt, was auch die Nukleargespräche ausbremste, da Washington Bedenken hinsichtlich der Verbreitung von Kernwaffen hatte.
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