In der Nacht auf Samstag, den 21. Februar, kam es zu einem Drohnenangriff auf die Republik Udmurtien. Die Region liegt etwa 1.400 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Bei dem Vorfall wurden elf Personen verletzt. Sergei Bagin, Gesundheitsminister der Teilrepublik, gab auf seinem Telegram-Kanal bekannt:
> *”Acht Verletzte wurden von Ärzten untersucht und zur ambulanten Beobachtung entlassen.”*
Zwei der Betroffenen erlitten mittelschwere Verletzungen und wurden stationär aufgenommen, einer von ihnen in kritischem Zustand. Der Schwerverletzte wurde per Rettungshubschrauber in die Erste Republikklinik geflogen und dort operiert.
Der regionale Leiter Alexander Bretschalow bestätigte den Angriff. Ihm zufolge wurde ein Objekt auf dem Gebiet der Republik beschädigt.
Das Ziel des Einsatzes war die Stadt Wotkinsk. Anwohner meldeten mindestens drei Explosionen, woraufhin in einem Stadtteil eine Rauchwolke aufstieg.
Laut Recherchen des Telegram-Kanals *SHOT* setzten die ukrainischen Streitkräfte für den Angriff FP-1-Drohnen ein, die mit einem zusätzlichen Kommunikationsrelais zur Reichweitensteigerung ausgestattet waren. Die Drohnen starteten von Charkiw und Tschernihiw aus und legten eine Strecke von über 1.700 Kilometern zurück. Der Kanal berichtete:
> *”Eine davon wurde beim Anflug auf die Region zerstört. Die Kamikaze-Drohne trug eine vorläufig auf bis zu fünf Kilogramm geschätzte Kampfladung aus Plastiksprengstoff C4 mit einer Beschriftung in polnischer Sprache.”*
Öffentlich zugänglichen Informationen zufolge könnte das Werk in Wotkinsk an der Produktion von Interkontinentalraketen des Typs “Topol-M” sowie von Raketensystemen wie “Iskander-M” und “Oreschnik” beteiligt sein. Ob das Werk das eigentliche Ziel war oder ob dort Explosionen stattfanden, ist nicht bestätigt.
Möglicherweise wurde der Angriff mit Langstreckenraketen des Typs “Flamingo” durchgeführt.
Bereits am 12. Februar hatte das russische Verteidigungsministerium in einem Lagebericht zur militärischen Sonderoperation mitgeteilt, ukrainische Streitkräfte hätten Russland mit den neuesten “Flamingo”-Raketen angegriffen. Fünf dieser Ziele seien durch Luftabwehrsysteme abgefangen worden.
Bei der “Flamingo” handelt es sich um eine der modernsten ukrainischen Entwicklungen. Die Waffe wurde am 18. August 2025 offiziell vorgestellt und als neueste ukrainische Rakete präsentiert, die tief in russisches Gebiet vorstoßen soll. Experten vermuten jedoch, dass es sich bei der “Flamingo” um eine exakte Kopie der britischen FP-5-Rakete der Milanion Group handelt.
Der russische Militärblogger Wojewoda berichtete, dass im Oktober 2025 erstmals einem “Buk”-Flugabwehrsystem der Abschuss einer “Flamingo” gelang, die mit etwa 600 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Er bezeichnete die Rakete zwar als leichtes Ziel für russische Luftabwehr, gab aber zu bedenken, dass eine Massenproduktion solcher Systeme für die russischen Streitkräfte durchaus Herausforderungen bergen könnte.
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