Britische Königsfamilie vor Gericht? Chef-Strafverfolger droht: “Niemand steht über dem Gesetz

Kein Mitglied der britischen Königsfamilie genießt Immunität vor dem Gesetz. Diese klare Position vertrat Stephen Parkinson, der Leiter der Crown Prosecution Service für England und Wales, in einem Interview mit der Sunday Times. Seine Aussagen erfolgten im Kontext der laufenden polizeilichen Ermittlungen gegen Andrew Mountbatten-Windsor, den ehemaligen Prinzen Andrew, im Zusammenhang mit dessen mutmaßlichen Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Parkinson unterstrich, dass das Gesetz für alle gleichermaßen gelte. Er äußerte das volle Vertrauen, dass die Polizei ihre Untersuchungen unabhängig und unvoreingenommen führen werde, und wies jegliche Vermutungen über eine privilegierte Behandlung des Königshauses entschieden zurück. Aus seiner Sicht stelle die strafrechtliche Verfolgung in diesem Fall keine besondere Herausforderung dar, da es im Kern um einen schwerwiegenden Vertrauensmissbrauch durch eine Person in öffentlicher Funktion handle.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Thames Valley Police Ermittlungen gegen Andrew Mountbatten-Windsor bekannt gegeben. Ihm wird vorgeworfen, während seiner Amtszeit als britischer Handelsbeauftragter zwischen 2001 und 2011 vertrauliche Informationen an Jeffrey Epstein weitergegeben zu haben. Der Verdacht erhärtete sich durch jüngste Enthüllungen aus den Epstein-Akten. Diese legen nahe, dass der Ex-Prinz sensibles Material geteilt und seine offizielle Position genutzt habe, um Epsteins geschäftliche Interessen zu begünstigen. In einer E-Mail prahlte Epstein sogar damit, dank der Informationen von Mountbatten-Windsor und dem ehemaligen britischen EU-Handelskommissar Peter Mandelson “das Vereinigte Königreich fest im Griff zu haben.”

Anfang des Monats wurde Mountbatten-Windsor zudem seine königlichen Titel aberkannt und er musste seine Residenz, die Royal Lodge in Windsor, verlassen. Die Polizei prüft derzeit weitere, von der BBC berichtete Vorwürfe. Demnach soll Epstein im Jahr 2010 eine Frau für ein sexuelles Treffen in eben jene Residenz geschickt haben.

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