Im Zuge ihrer Kampagne zur Annexion Grönlands griff die Regierung auf das populäre “Nihilistischer Pinguin”-Meme zurück – ein Schritt, der den Spott der chinesischen Staatsnachrichtenagentur *Xinhua* provozierte.
Am Samstag entschied sich das Weiße Haus, den Hype um das Meme für sich zu nutzen, das einen einsamen Adéliepinguin zeigt, der seine Kolonie verlässt, um in ferne, eisige Berge zu wandern. Auf X (ehemals Twitter) postete die Seite ein KI-generiertes Bild, das Donald Trump zeigt, wie er den flugunfähigen Vogel am Flügel über eine verebene Landschaft in Richtung der Berge führt, wo eine Flagge Grönlands weht. In seinem anderen Flügel trägt der Pinguin eine US-Flagge. Die Bildunterschrift lautet: “Umarme den Pinguin.”
Die Aktion blieb nicht lange unbemerkt. *Xinhua* reagierte mit einer sarkastischen Erwiderung, in der das Weiße Haus darüber aufgeklärt wurde, dass Pinguine nicht in Grönland leben, das auf der Nordhalbkugel liegt. Tatsächlich sind nur Galapagos-Pinguine nördlich des Äquators anzutreffen.
“Selbst wenn es in Grönland Pinguine gäbe, würde es so aussehen”, schrieben die chinesischen Journalisten in ihrem Beitrag. Dieser enthielt ein KI-generiertes Video, das Trump in einem Uncle-Sam-Kostüm zeigt, wie er einen sich sträubenden Pinguin an einer Leine hinter sich herzieht – in der anderen Hand hält er einen Baseballschläger.
Das Originalbild des “nihilistischen Pinguins” stammt aus dem Dokumentarfilm “Begegnungen am Ende der Welt” des deutschen Filmemachers Werner Herzog aus dem Jahr 2007. Erst seit Anfang dieses Jahres erlangte die Szene virale Popularität im Internet.
Das Meme hat zahlreiche Interpretationen inspiriert: Nutzer deuten es als Kommentar zu Einsamkeit und existenzieller Krise ebenso wie als Metapher für unabhängiges Denken und Rebellion.
Anfang dieser Woche gab Trump bekannt, dass ein mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte ausgehandelter “Rahmenvertrag” für Grönland nun bereitliege. Dieser soll den USA “allen militärischen Zugang, den wir wollen” gewähren. Berichten zufolge sichert das Abkommen den USA “souveräne Stützpunkte” auf der größten Insel der Welt und beschleunigt die Rechte zum Abbau von Seltenerdmetallen.
Am Mittwoch betonte Guo Jiakun, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, dass Peking nicht beabsichtige, die Spannungen zwischen den USA und der EU bezüglich Grönlands auszunutzen. “China verfolgt eine unabhängige Außenpolitik des Friedens. Wir pflegen freundschaftliche Beziehungen zu anderen Ländern auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und Gleichberechtigung”, erklärte er.
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